Warum Wandel Verlässlichkeit braucht

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Sommer nähert sich dem Ende und für viele Unternehmen rücken im zweiten Halbjahr wichtige Themen in den Fokus: Strategien werden überprüft und weiterentwickelt, Finanzierungen neu strukturiert und Nachfolgefragen angegangen. Aus den Gesprächen mit unseren Kundinnen und Kunden nehme ich vor allem eines mit: Sie begegnen den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen mit großer Anpassungsfähigkeit und dem klaren Anspruch, ihre Unternehmen langfristig erfolgreich aufzustellen.

Denn genau darum geht es derzeit: Nachfrageverschiebungen, ein verändertes Konsumklima, regulatorische Eingriffe, digitale Bedrohungslagen und eine Nachfolgewelle erfassen den deutschen Mittelstand. Diese Entwicklungen treten dabei nicht isoliert auf, sondern treffen viele Unternehmen gleichzeitig. Wer darauf reagieren will, muss mehr tun als Kosten zu optimieren. Entscheidend ist die Frage, wie zukunftsfähig das eigene Geschäftsmodell ist – und welche Weichen heute gestellt werden müssen, damit es auch in fünf oder zehn Jahren trägt.

Die Beiträge dieser Ausgabe zeigen vier sehr unterschiedliche Antworten darauf. Die Berentzen-Gruppe stellt mit ihrer Strategie „Berentzen Evolve 2030“ den Konzernumsatz auf eine breitere Basis und baut das Segment alkoholfreier Getränke aus. CFO Ralf Brühöfner erläutert im Interview, wie das Unternehmen mit veränderten Konsumgewohnheiten und Unsicherheiten der Besteuerung umgeht und warum er sein Bankenkonsortium vollständig neu aufgestellt hat.

Hugendubel wiederum investiert dort, wo viele den Markt längst dem Online-Handel zugeschrieben hatten: Das Familienunternehmen hat sein Filialnetz binnen fünf Jahren um ein Viertel erweitert und verzahnt Filiale, Plattform und App zu einem durchgängigen Kundenerlebnis. Ein starkes Beispiel dafür, dass Tradition und Digitalisierung keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig verstärken können.

Um die vielleicht drängendste strukturelle Frage im Mittelstand geht es im Gespräch mit Christian Gieger von Tembo Search Partners (TSP): Zahlreiche gesunde, profitable Unternehmen haben keine geregelte Nachfolge. TSP bringt gemeinsam mit einem festen Investorenkreis Unternehmerpersönlichkeiten in solche Betriebe und sichert damit mittelständische Eigentümer- und Führungsstrukturen – ein Modell, das Kapital, Erfahrung und Kontinuität zusammenbringt.

Zu guter Letzt richtet unsere Kollegin Anja Schaks den Blick auf ein Risiko, das längst kein reines IT-Thema mehr ist: Cyberangriffe. Sie beeinflussen dieselben wirtschaftlichen Größen, die auch in der Kreditrisikoprüfung relevant sind: Produktion, Lieferketten und Liquidität. Deshalb gehört Cybersicherheit auf die Agenda der Unternehmensleitung. Und zwar nicht als Pflichtübung, sondern als integraler Bestandteil eines belastbaren Geschäftsmodells.

So verschieden diese Themen auf den ersten Blick erscheinen, sie verbindet ein gemeinsamer Nenner: Wandel ist dort erfolgreich, wo Unternehmen früh entscheiden, statt spät zu reagieren. Damit dies gelingt, brauchen sie Partner an ihrer Seite, die ihr Geschäft verstehen, verbindlich kommunizieren und Zusagen zügig umsetzen. Diesen Anspruch nehmen wir sehr ernst und freuen uns, Ihnen erneut Einblicke in die Welt unserer Kundinnen und Kunden geben zu können.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und freue mich auf den persönlichen Austausch.

Herzlichst, 

Ihr

Dr. Björn Karassek