Braunschweigische Sparkassenstiftung
Gemeinsam mit der Braunschweigischen Sparkassenstiftung wird gesellschaftliches Engagement in der Region vorgestellt. In den vergangenen drei Jahren hat die Stiftung über 450 Projekte gefördert, darunter zahlreiche Vorhaben mit Bezug zu Umwelt‑, Bildungs‑ und Sozialthemen. Exemplarisch stellen wir vier Projekte vor, die unterschiedliche Schwerpunkte der Stiftungsarbeit abbilden: von Umweltbildung und plastikfreiem Alltag über Finanzbildung bis hin zu Integration und respektvollem Miteinander an Schulen.
Projekte der Braunschweigischen Sparkassenstiftung mit Bezug zu Nachhaltigkeits‑ und Gesellschaftsthemen
Mit dem ersten Eigenprojekt der Braunschweigischen Sparkassenstiftung möchte die Stiftung das Bewusstsein von Kindern, unsere Erde schützen zu müssen, schaffen bzw. schärfen. Junge Menschen werden über unterschiedliche Formate – Workshops, Ausstellungen sowie Projektarbeit – an ein bestimmtes Thema herangeführt. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln und Kinder für Umwelt‑ und Ressourcenthemen zu sensibilisieren. Die Angebote sollen Impulse geben, sich im Alltag mit nachhaltigkeitsbezogenen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Die Kinder beschäftigen sich altersgerecht mit der Frage, welchen Beitrag Einzelne im Alltag leisten können.
Das erste Thema der Reihe widmete sich der Vermeidung von Plastikmüll. Das junge Braunschweiger Start-Up-Unternehmen „Re-Athlete“ fertigt Sportbekleidung aus recycelten Fischernetzen und Plastikmüll aus den Weltmeeren und der Industrie.
Die Projektpartner von Re-Athlete haben das Konzept für einen Workshop zum Thema Sensibilisierung für die Plastikproblematik in den Weltmeeren entwickelt: Kindgerechter Vortrag und Video, Geländespiel auf dem Schulhof, Mitmach-Aktion in Kleingruppen, Thematische Zusammenführung und kleine Geschenke aus recycelten Produkten. Im Vorfeld wurden die Lehrkräfte mit dem Thema vertraut gemacht und es wurde eine Dokumentation verfasst, die im Unterricht weiterverwendet werden kann, um Anknüpfungspunkte für eine weiterführende Behandlung des Themas im Unterricht zu schaffen.
Die Nachwuchskoordinatior:innen der Braunschweigischen Landessparkasse haben die Workshops eng begleitet und gemeinsam mit einer Vertreterin der Braunschweigischen Sparkassenstiftung durchgeführt. Der Goodybag als kleine Erinnerung an den Workshop ist ein Umhängebeutel – gefertigt aus recyceltem Stoff und gefüllt mit einer Bambuszahnbürste, einem Kugelschreiber aus Pappe und einer Seife. Dazu gab es ein „Plastiksparbuch“, in dem dokumentiert werden kann, welche alternativen Produkte im Alltag ausprobiert wurden.
Bildungsprojekt „Finanzwissen für alle“
Projektpartner: Carl-Friedrich-Gauß-Institut/TU Braunschweig – Institut für Finanzwirtschaft
Das Projekt „Finanzwissen für alle“ setzt dort an, wo ein zentraler gesellschaftlicher Handlungsbedarf besteht: bei der finanziellen Bildung der Bürger:innen in der Region. Studien zeigen, dass der Zugang zu Finanzwissen in der Bevölkerung unterschiedlich ausgeprägt ist. Gleichzeitig werden finanzielle Kompetenzen bislang weder in der schulischen noch in der beruflichen oder akademischen Ausbildung systematisch vermittelt. Vor diesem Hintergrund entwickelte das Institut für Finanzwirtschaft an der TU Braunschweig ein dreistufiges Bildungsangebot, das auf die Region Braunschweig zugeschnitten ist. In der ersten Stufe wird eine neue Lehrveranstaltung für Studierende aller Fachrichtungen ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund an der TU BS etabliert. Diese vermittelt in sieben thematischen Modulen grundlegende finanzielle Kenntnisse – von Haushaltsplanung, Versicherungen und Kreditvergleichen über Spar- und Anlageoptionen bis hin zu nachhaltigem Investieren. In der zweiten Stufe werden Workshops für Auszubildende entwickelt, die in geplanter Kooperation mit der IHK Braunschweig, der HWK Braunschweig-Lüneburg-Stade und regionalen Berufsschulen durchgeführt werden. Hier steht vor allem der Einstieg in finanzielle Eigenverantwortung im Fokus – etwa bei der ersten Steuererklärung, beim Umgang mit Konsumkrediten oder dem Aufbau privater Altersvorsorge. Die dritte Stufe adressiert schließlich die breite Bevölkerung der Stadt Braunschweig über eine öffentliche Vortragsreihe. Vier interaktive Termine machen zentrales Finanzwissen niedrigschwellig, lebensnah und kostenfrei zugänglich – unabhängig von der Vorbildung oder der Lebenssituation. Das Projekt steht somit für ein systematisch aufgebautes, interdisziplinäres und gesellschaftlich relevantes Bildungsangebot mit hoher Anschlussfähigkeit. Es basiert auf fundierten, wissenschaftlichen Erkenntnissen, etablierten didaktischen Prinzipien und einem breiten Netzwerk regionaler Akteure. Die Inhalte und Materialien werden so konzipiert, dass sie langfristig einsetzbar und auf weitere Kontexte übertragbar sind – etwa im Rahmen der beruflichen Weiterbildung oder kommunalen Bildungsarbeit. So entsteht ein regionales Pilotprojekt zur finanziellen Bildung.
Das Projekt ist im Oktober 2025 gestartet, Teil eins für die Studierenden hat erfolgreich stattgefunden, die weiteren Projektbausteine sind in Planung. Teil drei soll auch für Schulen erweitert werden.
Deutschkurs für Geflüchtete
Projektpartner: KunstKarussell e. V., Bad Harzburg
Im Landkreis Goslar besteht ein großer Bedarf an Sprachlernangeboten mit Sozialraumorientierung für geflüchtete Eltern mit zeitgleicher Betreuung ihrer Kinder unter drei Jahren. Durch eine gezielte und intensive Förderung können die Teilnehmenden rechtzeitig und regelmäßig die Sprache und ihren erweiterten Sozialraum kennenlernen, was den Alltagseinstieg unterstützen kann. Für die Eltern ist eine strukturierte Sprachförderung ebenso notwendig wie die Orientierung in ihrem Sozialraum – beides ermöglicht kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe. Eine frühe Begegnung mit der deutschen Sprache kann bei den Kindern unter drei Jahren die Entwicklung ihrer biografisch angelegten Mehrsprachigkeit unterstützen.
Die Zielgruppe sind überwiegend Menschen aus der Ukraine mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen. Die Mehrzahl der potenziellen Teilnehmenden hat bereits an Angeboten des Kunstkarussells teilgenommen und zeigt Interesse, sich in diesem Umfeld weiterzuentwickeln. Darüber hinaus werden viele Teilnehmende durch die Zusammenarbeit des Kunstkarussells mit ehrenamtlich Begleitenden und verschiedenen Integrationsberatungsstellen, wie der Diakonie oder der Caritas, sowie die KVHS Goslar auf die Kursangebote aufmerksam.
Die Themen der Sozialraumorientiertung werden im Unterricht vor- und nachbereitet. Persönliche Belange und Interessen dienen als Grundlage, um die Lernmotivation der Teilnehmer:innen zu steigern und ihnen zu ermöglichen, sich gut mit dem Gelernten zu identifizieren. Alltagspraktische Beispiele werden in Rollenspielen und Gruppenaufgaben mit Leben gefüllt.
Wie bereits in vergangenen Kursen werden zur räumlichen und institutionellen Orientierung Bibliotheken, Naherholungsgebiete, Spielplätze, soziale Einrichtungen, Freiwilligenagenturen und Integrationsstellen aufgesucht. Dazu nutzt das Kunstkarussell ein Netzwerk von langjährigen Kooperationspartner:innen.
An den Sonderterminen an den Wochenenden stehen auch gemeinschaftliche gesellschaftliche Aktivitäten im Mittelpunkt, bei denen ältere Geschwister und andere Familienmitglieder ebenso mit eingeladen sind. Dies kann bspw. der Besuch des Harzburger Kastanienfests oder des Weihnachtsmarkts der Lebenshilfe oder auch ein Tagesausflug zum Rammelsberg sowie ein selbstorganisiertes Hoffest sein.
!Respect – Mit Spiel, Spaß und Bewegung zu respektvollem Miteinander
Projektpartner: Grundschule Lessingstraße, Helmstedt
An der Grundschule Lessingstraße hat ein Projekttag stattgefunden, an welchem Schüler:innen der Klassen 3 und 4 gelernt haben, Konfliktsituationen selbst zu lösen sowie Selbstbewusstsein und Selbstwirksamkeit zu entfalten, um respektvoll (und gewaltlos) miteinander umgehen zu können.
Ein respektvolles Miteinander ist eine wichtige Grundlage für das schulische Zusammenleben. Der gemeinnützige Verein !Respect engagiert sich seit 2016 mit Projekten zum sozial‑emotionalen Lernen an Grundschulen. Ziel ist es, Kinder frühzeitig dabei zu unterstützen, wertschätzend miteinander umzugehen und Konflikte konstruktiv zu bewältigen. Mit seiner Präventionsmaßnahme !SocialSkills fördert !Respect e. V. gezielt sozial‑emotionale Kompetenzen von Grundschulkindern, darunter insbesondere ihre Kooperations‑ und Kommunikationsfähigkeit.
Die an !SocialSkills teilnehmenden Kinder lernen, wie sie ihre eigenen Grenzen wahrnehmen und respektvoll vertreten können und wie eine klare, situationsangemessene verbale und nonverbale Kommunikation dabei hilft, in Konflikten ernst genommen zu werden. In verschiedenen Gruppenkonstellationen lösen sie gemeinsam Aufgaben und reflektieren ihr Verhalten. So erfahren die Grundschüler:innen, wie sie Konflikte zunächst eigenständig und gewaltfrei klären können und wann es sinnvoll ist, Unterstützung hinzuzuziehen. Durch diese Erfahrungen stärken die Sozialtrainings das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit der Kinder nachhaltig.
Neben den Kindern sind auch alle Lehrkräfte und pädagogischen Mitarbeitenden von Projektschulen Zielgruppe der !Respect-Maßnahmen. Sie lernen im Rahmen von Fortbildungen und Hospitationen bei den Kindertrainings, wie mit viel Spiel, Spaß und Bewegung sozial-emotionales Lernen im Schulalltag etabliert werden kann. Im Rahmen von Infoabenden werden zudem auch Eltern/Erziehungsberechtigte informiert und unterstützt.