NORD/LB als systematischer Internalisierer

Ab 3. Januar 2018 werden die derzeitigen MiFID I-Regeln ergänzt und verbessert. Diese Erweiterungen sind in der Richtlinie (MiFID II) und der Verordnung (MiFIR) enthalten. Der Hauptfokus liegt dabei darauf, Investorenschutz zu stärken, systemische Risiken in Markstrukturen zu senken und Transparenz und Effizienz von Finanzmärkten zu erhöhen.

„Systematische Internalisierer“ oder „SI“ sind – gemäß Artikel 4(1) Nr. 20 der EU-Richtlinie 2014/65/EU – Wertpapierfirmen, die in organisierter und systematischer Weise häufig in erheblichem Umfang Handel für eigene Rechnung betreiben. Dies geschieht durch Ausführung von Kundenaufträgen außerhalb eines geregelten Marktes (RM), eines multilateralen Handelssystems (MTF) oder eines organisierten Handelssystems (OTF).

Die Verpflichtung eines systematischen Internalisierers, vor Abschluss einer Handelstransaktion handelbare Quotes zu veröffentlichen (Vorhandelstransparenzanforderungen), wird unter MiFID II auf weitere Finanzinstrumente erweitert. Diese beinhalten Eigenkapitalfinanzinstrumente (z.B. Hinterlegungsscheine, börsengehandelte Fonds, Zertifikate und andere ähnliche Finanzinstrumente, die auf einem EWA Handelsplatz gehandelt werden) sowie Nichteigenkapitalfinanzinstrumente (z.B. Bonds, strukturierte Finanzinstrumente, Emissionszertifikate und Derivate), für die es einen liquiden Markt gibt. Neben der Vorhandelstransparenzanforderung für bestimmte Finanzinstrumente wird es unter MiFID II für jedes Geschäft in einem Eigenkapital- oder Nichteigenkapitalinstrument, das eine Wertpapierfirma außerhalb eines Handelsplatzes (RM, MTF, OTF) entweder als Handel für eigene Rechnung oder im Namen von Kunden ausführt, Anforderungen an die Nachhandelstransparenz geben. Unter dieser Pflicht ist es erforderlich Transaktionsdaten innerhalb von 15 Minuten (ab 2021 innerhalb von fünf Minuten) nach Geschäftsabschluss zu melden.

Mit MiFID II werden objektive Kriterien zur Definition eines systematischen Internalisierers eingeführt:

  • „in systematischer Weise häufig“: bemessen nach der Zahl der OTC-Geschäfte mit einem Finanzinstrument, die von der Wertpapierfirma auf eigene Rechnung durchgeführt werden, wenn sie Kundenaufträge ausführt; und
  • „in erheblichem Umfang“: bemisst sich entweder nach dem Anteil, den der OTC-Handel am Gesamthandelsvolumen der Wertpapierfirma in einem bestimmten Finanzinstrument hat, oder nach dem Umfang des OTC-Handels der Wertpapierfirma, bezogen auf das Gesamthandelsvolumen in der Union in einem bestimmten Finanzinstrument.

Die NORD/LB wurde zum 3. Januar 2018 freiwillig systematischer Internalisierer für diverse MiFID II-relevante Finanzinstrumente, die auf einem Handelsplatz gehandelt werden können (TOTV). Diese umfassen Bonds und OTC-FX-Derivate. Für OTC Zinsderivate (EUR Swaps) war die NORD/LB vom 03.01.2018 bis 31.08.2018 freiwillig systematischer Internalisierer und bietet ihren Kunden seitdem bilaterale Meldevereinbarungen an.

Die Verpflichtung der Echtzeit-Nachhandelstransparenzmeldung wird bei Geschäften über oben genannte Bonds und OTC-Derivate durch ihren SI-Status immer bei der NORD/LB liegen. Hiervon abgewichen wird ausschließlich, wenn der Kunde selber sowohl systematischer Internalisierer als auch Verkäufer ist.

Dies bedeutet, dass für Kunden der NORD/LB in den genannten Geschäften keine Meldeverpflichtungen entstehen und keine vertraglichen Regelungen zur Übernahme der Nachhandelstransparenzmeldung zwischen der NORD/LB und ihren Kunden notwendig sind. Hiervon abgewichen wird ausschließlich, wenn der Kunde selber als systematischer Internalisierer sowie als Verkäufer auftritt.

Die NORD/LB hat für ihre Transparenzmeldungen folgende APAs beauftragt:

  • Vorhandelstransparenzmeldungen: Bloomberg
  • Nachhandelstransparenzmeldungen: Regulatory Reporting Hub (RRH) der Deutschen Börse

Unter MiFID II wird die bisherige Meldeverpflichtung nach §9 WpHG durch die Transaktionsmeldung gem. §26 MiFIR ersetzt. Meldepflichtig ist jede Wertpapierfirma i.S.d. Art. 2 MiFIR sowie Art. 4 MiFIR. Aufgrund des Umfangs der Meldung sowie der Sensitivität der darin enthaltenen Informationen wird die NORD/LB keine §26 MIFIR Transaktionsmeldungen für Kunden durchführen.

Im September 2018 wird zum ersten Mal der obligatorische Status des systematischen Internalisierers auf Basis der bisherigen Geschäftstätigkeit ermittelt.

Zurzeit rechnet die NORD/LB damit, auch in Zukunft als systematischer Internalisierer tätig zu sein. Sollte sich hieran etwas ändern, werden wir mit unseren Kunden eng zusammenarbeiten, um diese bei Meldeverpflichtungen zu unterstützen.

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