Mehr Wert fürs Wertpapier

Zeit ist Geld. Mehr Zeit kann mehr Geld bedeuten. Seit 2018 dauert es deutlich länger, wenn Kunden Wertpapiergeschäfte telefonisch beauftragen. „Grund ist die neue Mifid II-Richtlinie, mit der die EU den Verbraucherschutz grundlegend erweitert hat“, sagt Holger Labs. Neu ist zum Beispiel die Verpflichtung, telefonische Anlageberatungsgespräche aufzuzeichnen und aufzubewahren. „Das akzeptieren unsere Kunden widerspruchslos. Bislang ist mir kein Gespräch bekannt, wo das kritisiert wurde“, sagt der Spezialist.

“Geeignetheitsprüfung” der Kunden

Holger Labs wurde wie alle Wertpapier-Spezialisten der NORD/LB intensiv geschult und rechtzeitig auf Mifid II vorbereitet. Geblieben aus Mifid I ist unter anderem die „Geeignetheitsprüfung“. „Gemeinsam mit dem Kunden gleichen wir ab, was seine Prämissen sind und welche Produkte zu ihm passen“, sagt Holger Labs. Das erhöht die Sicherheit sowohl für den Berater als auch für den Kunden. „Neu aber ist die detaillierte Aufstellung über Produktkosten und über das, was die Bank verdient“, sagt der Spezialist. Der Gesetzgeber fasste die so genannte Kosten- und Zuwendungstransparenz sehr weit: „Vor jeder Wertpapieranlage, die der Kunde tätigt, bekommt er noch einmal aufgezeigt, welche Kosten ihm heute und in den nächsten fünf Jahren dadurch entstehen“, sagt Holger Labs.

Mifid II mit umfassender Kostentransparenz

Zur Kostentransparenz gehört außerdem ein jährliches Reporting: „Bislang gab es Kostentransparenz nur beim Abschluss. Zukünftig gibt es darüber hinaus ein jährliches Reporting mit sämtlichen Kostenpositionen“, erläutert Labs. Diese umfassende Kostentransparenz und die Dokumentation der telefonischen Beratung sind die zwei wichtigsten Neuerungen bei Mifid II. „Unsere Kunden dürfen sich die  Dokumentation der Gespräche selbstverständlich jederzeit anhören. Ansonsten dient die bis zu zehnjährige Aufbewahrung der Gespräche ausschließlich dem Zweck, etwaige Unstimmigkeiten zwischen ihnen und den Kontrollgremien der Bank abzugleichen“, sagt Holger Labs.

Ausweitung der Beratungszeit

Die Ausweitung und der Nachweis der qualifizierten Anlegerberatung kosten Zeit. „Wenn früher eine ausführliche Anlageberatung circa eine Stunde dauerte, dann brauchen wir jetzt anderthalb, manchmal sogar zwei Stunden dafür“, erklärt der Spezialist. Die umfangreichen Mifid II-Regeln brächten das mit sich. Online ginge zwar schneller, aber: „Wichtig ist uns die qualifizierte, zeitintensive Anlegerberatung, von der der Kunde mehrfach profitiert“, sagt Holger Labs. Denn dem Mehr an Zeit und Formalia stünden ein Mehr an Transparenz, minimiertes Risiko und Zielsicherheit gegenüber: „Wir wollen als Bank unsere Qualität weiter steigern. Und Zeit war schon immer auch Geld!“