Anlagemotivator Inflation

Der Warenkorb der Verbraucherpreisstatistik ist zuvorderst ein Statistikkorb. Offiziell definiert sind sowohl sein Inhalt wie auch die Gewichtung der einzelnen Waren. Wohnen ist die größte Einzelware mit einer Gewichtung von 20 Prozent. Für 2017 wies das Bundesamt für Statistik eine ganzjährige Inflation von bundesweit 1,8 Prozent aus. Aber stimmt das auch für Bremen, wenn man den realen Anstieg der Mieten berücksichtigt?

Inflation von über 3 Prozent

„Für Bremen habe ich Zweifel“, sagt Michael Lürßen. Der Spezialist verweist auf den realen Mietanstieg der letzten Jahre und die statistische Untergewichtung im Warenkorb: „Laut Mietspiegel stiegen die Marktmieten in Bremen von 2009 bis 2017 um fast 40 Prozent. Die offizielle Statistik berechnete die Mietinflation aber nur mit 10 Prozent.“  Würde man diese mit den 40 Prozent des Mietspiegels vertauschen, käme nicht der gefällige Wert von 1,8 Prozent Inflation, sondern der von über 3 Prozent heraus.

Stadtteile mit unterschiedlicher Bewertung

Stadtteilbezogen könnte dieser Wert in Bremen sogar noch höher liegen. „In Schwachhausen, Horn und der Neustadt beobachten wir sogar einen noch höheren Mietanstieg, in Blumenthal, Huchting und Grolland hingegen liegt er niedriger“, sagt Michael Lürßen. Bundesweite Durchschnittswerte hält er darum für wenig aussagekräftig: „Jede Region, jeder Stadtteil gibt ein sehr, sehr differenziertes Bild. Der wahre Wert der Inflation kann hier durchaus höher, aber auch niedriger sein.“

Geldanlage überprüfen

Die Ansicht des Spezialisten wird vom Kölner Flossbach von Storch Research Institute gestützt. Mindestens 7 Prozent betrage die Inflation seit 2012, rechne man die Preise von Aktien, Immobilien, Betriebsvermögen und Sammelgütern in die Preisentwicklung des offiziellen Warenkorbes mit ein. „Statistisch gehört Bremen zu den Regionen mit einem der bundesweit höchsten Mietanstiege der letzten zehn Jahre. Der Effekt der Geldentwertung ist also größer, als offiziell ausgewiesen“, sagt Michael Lürßen. Der Spezialist rät Anlegern darum, aus der inflationären Not eine renditestarke Tugend zu machen:  „Geldanlangen in Immobilienfonds oder an qualifizierten Standorten rechnen sich nach wie vor. Sprechen Sie mit Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater und denken Sie gemeinsam darüber nach, welche Chancen oder Risiken sich für Ihre eigene Immobilieninvestition oder –situation ergeben.