NORD/LB zeigt Arbeiten aus der eigenen Sammlung im Kulturhaus in Leuna

Das Kulturhaus cCe Leuna zeigt bereits zum zweiten Mal Kunstwerke aus der Sammlung der NORD/LB Kulturstiftung. Mit der Ausstellung „Baselitz, Lüpertz, Penck …“ besteht die Gelegenheit, das graphische Werk der drei Künstler vor Ort in Leuna zu entdecken.

Laufzeit: 5. April – 24. Mai 2017

Die Arbeiten von Georg Baselitz, Markus Lüpertz und A.R. Penck sind fester Bestandteil der Kunstsammlung der NORD/LB Kulturstiftung. Alle drei Künstler haben maßgeblich dazu beigetragen, der deutschen Malerei nach 1945 zu neuem Ansehen zu verhelfen. In ihren Bildern hinterfragen sie Themen und formulieren Inhalte, die herrschenden akademischen Konventionen widersprechen. Die große stilistische Vielfalt und eine von Expressivität und Emotionalität geprägte Malerei verbinden die Künstler miteinander. Die Situation im geteilten Deutschland prägt nicht nur das Leben von Baselitz und Penck, beide sind aufgrund von Repressalien aus der DDR nach Westdeutschland umgesiedelt, sondern ist auch Thema der künstlerischen Arbeit. Die Motivumkehr im Werk von Georg Baselitz oder die an Piktogramme erinnernden Figuren von A.R. Penck charakterisieren eine zwischen Abstraktion und Figuration angesiedelte Malerei.

Georg Baselitz (eigentlich Georg Kern)
*1938 Deutschbaselitz/ Sachsen

Georg Baselitz, 1938 in Großbaselitz/ Sachsen als Hans-Georg Kern geboren, setzt sich zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn, nach einem Studium in Ost- und West-Berlin, mit den Verhältnissen im Deutschland der Nachkriegszeit auseinander. 1969 dreht er zum ersten Mal das Motiv in seinen Bildern auf den Kopf, was ihm Weltruhm einbringt. Im Lauf der Jahrzehnte folgen seinen kraftvollen und ausdrucksstarken Bildern mit ihrer dichten Farbigkeit lichtere Arbeiten, in denen er die Farbe fast transparent einsetzt. In der jüngsten Werkserie mit dem Titel Remix, greift er seine Themen aus den frühen 1960er Jahren wieder auf, die er malerisch neu interpretiert.

Markus Lüpertz
*1941 Reichenberg/ Böhmen, heute Liberec, Tschechien

Markus Lüpertz zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. In 50 Jahren hat er ein beeindruckendes Werk geschaffen und auf unterschiedlichen künstlerischen Feldern eine Meisterschaft erlangt, die ihresgleichen sucht: Neben seinen kraftvoll expressiven Bildern, entstehen seit 1980 auch Skulpturen und Bühnenbilder. Seine 2005 unter dem Titel „Narziß und Echo“ erschienenen gesammelten Texte, Reden und Gedichte, unterstreichen sein schriftstellerisches und dichterisches Können. In der Ausstellung findet sich neben Graphiken auch sein Buch “Steelpoints and Poems“ von 1989 mit eigenen Gedichten und Illustrationen.

A.R. Penck (eigentlich Ralf Winkler)
*1939 Dresden

Ralf Winkler, 1939 in Dresden geboren, nennt sich seit Mitte der 1960er Jahre A.R. Penck, nach dem Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck (1858 – 1945), durch dessen Schriften er die Höhlenmalerei entdeckte. In seinen Bildern finden sich Strichmännchen und graphische Bildzeichen, die an Höhlenmalerei, Kalligraphie und Graffiti erinnern. In den 1970er Jahren definiert Penck den Begriff „Standart“: eine Kunstrichtung, die jeder Betrachter aufgrund der einfachen und archaischen Bildsprache verstehen kann. In der DDR war es ihm nicht möglich, ein Studium an einer Kunstakademie zu absolvieren. In der Bundesrepublik machte er sich aufgrund seiner Zusammenarbeit mit dem Galeristen Michael Werner einen Namen als Künstler und galt dort 1980 bei seiner Übersiedlung in den Westen als renommierter Künstler. Auch A.R. Penck hat sich wie Georg Baselitz und Markus Lüpertz nicht nur auf die Malerei konzentriert: Er schreibt Gedichte und Essays, es entstehen Skulpturen und er ist als Jazzmusiker erfolgreich.

Weitere Informationen finden Sie unter:
>Kunstgalerie im Kulturhaus Leuna

Q [’kju:] Deformation von Raum und Zeit

Kunst trifft Wissenschaft in der NORD/LB art gallery: Ein Projekt des Vereins Kunst und Begegnung Hermannshof e. V. gemeinsam mit dem SFB1128, Relativistische Geodäsie und Gravimetrie mit Quantensensoren (geo-Q) der Leibniz Universität Hannover

Laufzeit: 11. November– 24. November 2016

Relativistische Geodäsie? Revolutionäre Quantensensorik? Wie lassen sich Gravitationsphysik, Quantensensorik oder Metrologie mit künstlerischen Mitteln darstellen? Zwei Jahre lang haben Künstlerinnen und Künstler die Labore von Grundlagenforschern und Experimentalphysikern besucht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs (SFB) geo-Q der Leibniz Universität vermessen die Erde mit Hilfe eines neu geschaffenen Instrumentariums. Mit optischen Atomuhren, atomaren Gravitationssensoren und Satellitensensoren nach dem Prinzip der Laserinterferometrie wollen sie Veränderungen messen – genauer als je zuvor. Der Blick der Bildenden Künstler, Schauspieler, Musiker und Filmemacher in die Labore bildete den Nährstoff für das Projekt „Kunst trifft Wissenschaft“. Nun werden die Ergebnisse in der art gallery der NORD/LB und an weiteren Orten in der Stadt Hannover ausgestellt. In einer Installation etwa schläft Dornröschen in der „stehenden Zeit“, eine Raumblase wird begehbar, und ein Display am Kröpcke zeigt Passanten „Im relativen Jetzt“.

Künstlerinnen und Künstler:

Susanne Bayer und Georg Klein aus Berlin, Laura Reichwald und Till Krause aus Hamburg sowie Mathias Max Hermann und Thorsten Encke aus Hannover.

Im Inneren wie Schnee

Peter Tuma / Malerei & Tom Otto / Installation

Im Innern wie Schnee. Unter diesem poetischen Titel stellen die beiden hannoverschen Künstler Peter Tuma und Tom Otto ihre Arbeiten in einer Gemeinschaftsausstellung in der NORD/LB art gallery vor und setzen damit das erfolgreiche Ausstellungsformat fort. Wieder treten zwei Künstler unterschiedlicher Profession in einen Dialog.

Peter Tuma, 1938 geboren, Studium von 1958 – 1962 u.a. in Braunschweig bei Peter Voigt, hatte neben seiner künstlerischen Arbeit unterschiedliche Lehraufträge an der FH Hannover inne. Tom Otto, 1960 geboren, studiert 1987 an der FH bei Peter Tuma Freie Kunst. So lernen sich die Beiden vor fast 30 Jahren kennen: als Lehrer und Schüler. Heute sind sie Künstlerkollegen, die gemeinsam ausstellen.

Peter Tuma zeigt seine neuen Bilder. Mit Bedacht ausgewählte Gegenstände werden zu stilllebenartigen Formationen komponiert, die vertraut erscheinen und doch Irritationen hinterlassen können.

Aus einem Fundus von einfachen Materialien, gefundenen Alltagsgegenständen und Möbelstücken formt Tom Otto seine Installationen. „Dabei gewinnen die Objekte ihre beunruhigende, oft aggressive Wirkung auch durch die obsessive Präzision, die sich in den Details der handgefertigten Teile offenbart.“ (K. Tieke)

„Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“

Wanderausstellung

Die Wanderausstellung „Oh, eine Dummel! Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit in Karikatur und Satire“ unter der Schirmherrschaft der Niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt macht vom 20. Mai bis zum 19. Juni Station in der NORD/LB art gallery in Hannover, dem ersten Ausstellungsort nach der Eröffnung in Celle.

Die Ausstellung zeigt Karikaturen und satirische Fernseh- und Filmbeiträge zum Thema Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit. Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise und den Herausforderungen und Problemen, die daraus resultieren, soll die Ausstellung vor allem junge Menschen für das Thema sensibilisieren. Auf humoristische Weise kommentieren die Zeichner und Karikaturisten typische rechtspopulistische Parolen und Argumentationsweisen und legen so deren oft gefährlichen Inhalt offen.

Die gezeigten Karikaturen entstammen aktuellen Tages- und Wochenzeitungen, Zeitschriften und Satire-Magazinen, die Film- und Fernsehbeiträge sind dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen entnommen.

Die Ausstellung, initiiert von dem Kulturzentrum CD-Kaserne Celle und dem Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle, wird gefördert durch das Niedersächsische Kultusministerium, die Klosterkammer Hannover, die Stiftung Niedersachsen, den Lüneburgischen Landschaftsverband, die NORD/LB Kulturstiftung und durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Roswitha Hecke - Detective Roy Finer

Aufgrund der wiederholten Nachfrage der Galeriebesucher zeigt die NORD/LB art gallery aus der Sammlung der NORD/LB Kulturstiftung Roswitha Heckes Fotoreportage über den Detective Roy Finer.

Durch die Schriftsteller Wolf Wondratschek und Nelson Algren lernte Roswitha Hecke Ende 1979 den damals 41 jährigen Detective Roy Finer in New York kennen. Die Fotografin und der Polizist freundeten sich an. Sie begleitete ihn während des Tages und auch nach der Arbeit, besuchte mit ihm seine Lieblingsbar und seine Freundin. Roy Finers Leben scheint dem Klischee des amerikanischen Filmpolizisten zu entsprechen: Kriminalität, Gewalt, Waffen und Einsamkeit. In scheinbar unspektakulären Bildern zeichnete Roswitha Hecke Roy Finers Tag auf. Mit einem untrügbaren Blick für den Bildausschnitt und die Details sind dabei Fotografien von unglaublicher Authentizität entstanden, die dem Betrachter ein Gefühl für die damalige Zeit und Roy Finers Job vermitteln. Die Bilder erzeugen Emotionen und rufen Assoziationen hervor, sind gelebte Geschichte. Sie spiegeln die Vergangenheit, was den Charakter der Fotografien, neben aller künstlerischen Qualität, als Zeitdokument fördert.

Bevor Roy Finer 1961 seinen ersten Polizistenjob auf den Straßen von Harlem antrat, war er ein Jahr lang Schullehrer und versuchte, eine Karriere als Boxer zu starten. 1974 wurde er als „Detective“ ins Morddezernat des 48. Reviers der South-Bronx versetzt – damals eines der elendsten und kriminellsten Viertel von New York. Raubmord, Totschlag, Bandenkriminalität, Autodiebstahl, Drogen und Brandstiftung gehörten auch tagsüber zum Alltag eines Polizisten in der South-Bronx. Roy Finer arbeitete in Schichten. Entweder von 8 bis 18 Uhr. Oder von 18 bis 2 Uhr nachts. Tag- oder Nachtschicht – für ihn kein Unterschied. Die Anzahl der Delikte war rund um die Uhr konstant. Die Straßen waren bei Licht und bei Dunkelheit gleich gefährlich. Ein Familienleben, das unter einer solchen Zeiteinteilung leiden könnte, hatte der Junggeselle Finer nicht. Nach Dienstschluss ging er meistens in seine Stammkneipe im Stadtteil Queens oder zu seiner Freundin.

Roswitha Hecke, geboren 1944 in Hamburg, beschließt bereits mit 18 Jahren, Fotografin zu werden. Nach einer Fotografenlehre beginnt sie 1965, die Inszenierungen von Peter Zadek zu fotografieren. 1978 erscheint ihr Foto-Buch „Liebes Leben“, das 1979 mit dem Kodak-Preis für das beste Fotobuch ausgezeichnet wird. Ende 1979 begibt sie sich mit Wolf Wondratschek auf eine Reise durch die USA, wo sie Fotografien in den New Yorker Box-Gyms macht und Roy Finer durch seinen Alltag begleitet. Viele weitere Reisen folgen und es entstehen einfühlsame aber nie entlarvende Bilder der Menschen, denen sie vor Ort begegnet und der Milieus, die sie unterwegs kennenlernt.

Roswitha Hecke lebte in Paris, New York, Mexiko, Barcelona und in Tanger, Marokko; Fotostationen waren: Sizilien, Guatemala, Peru, Bolivien, USA, Indien, Ägypten, Nepal und St. Petersburg. Ihre Fotos und Reportagen wurden über viele Jahre in diversen Zeitschriften veröffentlicht, u.a. in ZEIT, ZEIT-Magazin, Stern, Spiegel, Photo-News, Playboy (Reportagen), Lui (Reportagen), Vogue, Männer-Vogue, Tempo und Theater heute. 2008 präsentierte der Martin-Gropius-Bau in Berlin ihre Fotografien und Reportagen in einer großen Übersichtsausstellung.

                   „Die Wirklichkeit ist Leben – das Ausgedachte ist künstlich und dadurch begrenzt.“

                                                                                   Roswitha Hecke

Baselitz, Lüpertz, Penck -...

aus der Sammlung

Die Arbeiten von Georg Baselitz, Markus Lüpertz und A.R. Penck sind fester Bestandteil der Kunstsammlung der NORD/LB Kulturstiftung. Alle drei Künstler, die wir zum ersten Mal gemeinsam in einer Ausstellung präsentieren, haben maßgeblich dazu beigetragen, der deutschen Malerei nach 1945 zu neuem Ansehen zu verhelfen. In ihren Bildern hinterfragen sie Themen und formulieren Inhalte, die herrschenden akademischen Konventionen widersprechen. Die große stilistische Vielfalt und eine von Expressivität und Emotionalität geprägte Malerei verbinden die Künstler miteinander. Die Situation im geteilten Deutschland prägt nicht nur das Leben von Baselitz und Penck, beide sind aufgrund von Repressalien aus der DDR nach Westdeutschland umgesiedelt, sondern ist auch Thema der künstlerischen Arbeit. Die Motivumkehr im Werk von Georg Baselitz oder die an Piktogramme erinnernden Figuren von A.R. Penck charakterisieren eine zwischen Abstraktion und Figuration angesiedelte Malerei.

Georg Baselitz, 1938 in Großbaselitz/ Sachsen als Hans-Georg Kern geboren, setzt sich zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn, nach einem Studium in Ost- und West-Berlin, mit den Verhältnissen im Deutschland der Nachkriegszeit auseinander. 1969 dreht er zum ersten Mal das Motiv in seinen Bildern auf den Kopf, was ihm Weltruhm einbringt. Im Lauf der Jahrzehnte folgen seinen kraftvollen und ausdrucksstarken Bildern mit ihrer dichten Farbigkeit lichtere Arbeiten, in denen er die Farbe fast transparent einsetzt. In der jüngsten Werkserie mit dem Titel Remix, greift er seine Themen aus den frühen 1960er Jahren wieder auf, die er malerisch neu interpretiert. In der Ausstellung finden sich neben einigen graphischen Arbeiten, frühe Zeichnungen („Anamorphe Landschaft“ – 1959) und seine großformatigen Aquarelle der letzten Jahre.

Markus Lüpertz, 1941 in Reichenberg/ heute Liberec, Tschechien geboren, zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. In 50 Jahren hat er ein beeindruckendes Werk geschaffen und auf unterschiedlichen künstlerischen Feldern eine Meisterschaft erlangt, die ihresgleichen sucht: Neben seinen kraftvoll expressiven Bildern, entstehen seit 1980 auch Skulpturen und Bühnenbilder. Seine 2005 unter dem Titel „Narziß und Echo“ erschienenen gesammelten Texte, Reden und Gedichte, unterstreichen sein schriftstellerisches und dichterisches Können. In der Ausstellung findet sich neben Originalarbeiten von 1969 und 2010, Graphiken aus den 1990er Jahren auch sein Buch “Steelpoints and Poems“ von 1989 mit eigenen Gedichten und Illustrationen.

Ralf Winkler, 1939 in Dresden geboren, nennt sich seit Mitte der 1960er Jahre A.R. Penck, nach dem Geologen und Eiszeitforscher Albrecht Penck (1858 – 1945), durch dessen Schriften er die Höhlenmalerei entdeckte. In seinen Bildern finden sich Strichmännchen und graphische Bildzeichen, die an Höhlenmalerei, Kalligraphie und Graffiti erinnern. In den 1970er Jahren definiert Penck den Begriff „Standart“: eine Kunstrichtung, die jeder Betrachter aufgrund der einfachen und archaischen Bildsprache verstehen kann. In der DDR war es ihm nicht möglich, ein Studium an einer Kunstakademie zu absolvieren. In der Bundesrepublik machte er sich aufgrund seiner Zusammenarbeit mit dem Galeristen Michael Werner einen Namen als Künstler und galt dort 1980 bei seiner Übersiedlung in den Westen als renommierter Künstler. Auch A.R. Penck hat sich wie Georg Baselitz und Markus Lüpertz nicht nur auf die Malerei konzentriert: Er schreibt Gedichte und Essays, es entstehen Skulpturen und er ist als Jazzmusiker erfolgreich.

STELLAR

Wandering Stars Suite

Das Universum – betrachtet aus der Winzlingsperspektive des Menschen – ist nichts als ein tiefes Schwarz mit schwach glimmenden Punkten. Eine „Konstellation“, wie es Astronomen, Astrologen und Raumfahrer im Fachjargon nennen: Himmelskörper, die zu einem bestimmten Zeitpunkt in einem bestimmen Winkel zum Betrachter stehen. Und doch gibt es nichts, was dem Menschen die Unfassbarkeit des Unendlichen mit ähnlicher Wucht vor Augen führen kann, wie der Blick in den Sternenhimmel.

Im Zeichen dieses ebenso wissenschaftlichen wie mystischen Begriffs steht die Ausstellung STELLAR - Wandering Stars Suite: Die Konstellation als temporäre und imaginäre Verbindung zwischen Objekten, als Summe von Raum und Zeit. Inspiriert von der ägyptischen astronomischen Mythologie einerseits und der stellaren Nukleosynthese andererseits, verwandelt das Kunstprojekt den Raum in einen Atlas von Momentaufnahmen aus Bildern, Klängen und Sternennähe.

Den Ausgangspunkt von STELLAR bildet das gleichnamige Musikstück von Damian Marhulets, Absolvent der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Elf Künstler aus aller Welt haben sich von der Komposition inspirieren lassen, entstanden sind Animationen, Objekte aus Papier und Zeichnung, Text, Video und Klang. Die Ausstellung bündelt die Werke zu einer groß angelegten Installation; sie zeigt die zeichnerischen Momente und führt neue Elemente hinzu. Bestandteil der Aufführung sind Musikvorführungen auf historischen und elektronischen Instrumenten, gespielt von Marina Baranova, Elena Kolesnitschenko und Damian Marhulets.

Mit der Präsentation dieses Ausstellungsprojekts in der NORD/LB art gallery geht die NORD/LB Kulturstiftung konsequent den Weg, die geförderten Projekte und damit die Stiftungsarbeit für die interessierte Öffentlichkeit sichtbar zu machen und das kulturelle Programm Hannovers um eine Facette zu bereichern.

UNTER MEINEM DACH…

Ein Kunstprojekt für Kinder und Jugendliche

Das soziokulturelle Projekt „Meine Arche. Und, was nehmen wir mit?“ findet im Jahr 2015 mit dem Titel „Unter meinem Dach…“ eine Art Erweiterung. Spinnt man die gedachte Reise der Arche weiter, sind die jungen Menschen nun an einem Ort angekommen und bauen sich jetzt ein Haus – ein schützendes Dach. Der Künstler Edin Bajrić wird Holzkonstruktionen vorbereiten, die an Häuser erinnern und ein Dach besitzen, aber noch über keine Wände verfügen. Diese Wände werden während des Projektes von den Kindern und Jugendlichen gebaut und gestaltet. Die behandelten Fragen werden dabei sein: Welche Dinge, Erinnerungen, Gerüche usw. würdet Ihr unter Eurem Dach aufbewahren? Was gibt Euch Sicherheit? Was ist Euch wichtig als Souvenir der eigenen Geschichte? Was möchtet Ihr unbedingt aufheben? Am Ende entsteht eine Art Gedächtnis- und Erinnerungsbibliothek, angefüllt mit individueller Geschichte.

Rainer Sülflow

Zwischenstille

Vor 70 Jahren, am 8. Mai 1945, endet mit der Kapitulation Deutschlands der Zweite Weltkrieg, der bislang größte militärische Konflikt in der Geschichte der Menschheit. Über 65 Millionen Menschen starben, Zerstörung von Städten und Verwüstung ganzer Landstriche - ein Grauen bis dahin unbekannten Ausmaßes.

Rainer Sülflow hat in Europa ehemalige Schlachtfelder des Ersten und Zweiten Weltkrieges besucht: Flandern in Belgien, die Dolomiten in Italien, die Drina in Serbien, Verdun und die Normandie in Frankreich, Kirkenes in Norwegen, der Hürtgenwald und die Seelower Höhen in Deutschland. Die Fotografien zeigen, wie es heute dort aussieht: Grüne Wiesen, sonnige Strände, schattige Wälder. Fast nichts deutet auf die vergangenen Schrecken hin.

Verbunden mit historischen Texten und Augenzeugenberichten schafft es Rainer Sülflow, den Betrachter zu fesseln und das vergangene Leiden, den Schrecken, das Elend vor seinem inneren Auge wieder auferstehen zu lassen. Rainer Sülflow geht es nicht um militärhistorische Genauigkeit von Kampfhandlungen und Frontverläufen. „Zwischenstille“ ist eine Mahnung an den Frieden und eine Einladung hinzuschauen, die Geschichten zu lesen und zu erinnern.

Über 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges und 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges leben wir in einer Zeit, die von neuen Konflikten bedroht und die nicht immer friedlich ist. Der Terror des Islamischen Staats, der Konflikt in der Ukraine, Kämpfe in Syrien und im Irak, Afghanistan, wo deutsche Soldaten seit mehr als 10 Jahren stationiert sind – auch wenn alles weit weg scheint, in unserer globalisierten Welt haben diese Ereignisse Auswirkungen auf das Leben in der Mitte Europa.

>www.rainersuelflow.de

Per Kirkeby

…aus der Sammlung

1985 beginnt die NORD/LB mit dem systematischen Aufbau einer Kunstsammlung mit dem Ziel, die moderne Kunst nach 1945 im internationalen Zusammenhang darzustellen. Das sehr weit angelegte Sammlungsfeld bietet die Möglichkeit, die Entwicklung der unterschiedlichen künstlerischen Positionen des 20. Jahrhunderts aufzuzeigen. Dieser erste Sammlungsgedanke prägt bis heute die Kunstsammlung. Sie zeichnet sich durch Vielseitigkeit aus, die unterschiedlichste Verknüpfungspunkte innerhalb der einzelnen Sammlungsgebiete zuläßt. Mit der Gründung der NORD/LB Kulturstiftung wird die Kunstsammlung in die Stiftung überführt.

Die Kunstwerke stehen weiterhin für die Ausstattung der Gebäude und Büros den NORD/LB Mitarbeitern zur Verfügung und werden im Rahmen des bankeigenen Ausstellungsprogramms der interessierten Öffentlichkeit präsentiert: Die Vielseitigkeit der druckgraphischen Arbeiten Dieter Roths, Kunst aus Niedersachsen, Knoebel Graubner und Geccelli als Vertreter der Farbmalerei sind nur einige Beispiele für Ausstellungen, die aus dieser Quelle entstanden sind.

Per Kirkeby (*1938), der bedeutendste dänische Künstler seiner Generation, ist mit einer Vielzahl an Werken in der Sammlung vertreten. Per Kirkebys Schaffen scheint keine Grenzen zu kennen. Er malt, zeichnet, aquarelliert, radiert, lithographiert, collagiert, übermalt. Er hat viele Jahre als Professor in Karlsruhe und Frankfurt gelehrt. In den 1960er Jahren experimentierte er mit Fluxus und Aktionskunst, beteiligte sich an Performances mit Joseph Beuys sowie in New York mit Nam June Paik und Charlotte Moorman. Kirkeby formt Bronze- und Backsteinskulpturen, er hat Filme über Geologie, über Grönland und Mexiko gedreht, er hat Bühnenbilder entworfen, er nimmt an Expeditionen teil, als promovierter Geologe, als Maler, als Dichter - und schreibt Romane, Gedichte, Essays, Kommentare, Tagebücher.

Per Kirkeby ist mit seinen Werken in bedeutenden Museen und Sammlungen in aller Welt beheimatet. Aus Anlass seines 70sten Geburtstags wurde er 2008 mit großen Einzelausstellungen u.a. im Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk und in der Tate Gallery of Modern Art in London geehrt. Seit 1965 sind in Dänemark etwa 80 Bücher erschienen, nur Primärliteratur, ein Tableau, das sich bis heute über mehr als 40 Jahre produktiven Schreibens erstreckt, von den unzähligen Katalogen ganz zu schweigen.

Die hier gezeigten Arbeiten aus den Jahren 2001 bis 2007 demonstrieren auf eindrucksvolle Weise die Meisterschaft des Künstlers Per Kirkeby. Neben einer Reihe kleinerer graphischer Arbeiten, finden sich drei große Monotypien aus dem Jahr 2004. 1988 hat Kirkeby eine erste Gruppe von großformatigen Monotypien geschaffen. Den eigentlichen Zweck der graphischen Medien, Motive zu vervielfältigen, erfüllt die Monotypie nicht. Dieses Verfahren erlaubt nur wenige Abzüge, die immer heller werden und die Druckvorlage stufenweise vernichten. Im eigentlichen Sinne kann die Monotypie nicht als Druckverfahren bezeichnet werden, denn schon der zweite Abdruck ist nicht mehr identisch mit dem ersten. Beherrschung der Technik und künstlerische Virtuosität sind die Voraussetzungen, um Arbeiten solcher Qualität zu erschaffen.

Die sieben Aquarelle, einzigartig in Komposition und Farbgebung, zeigen weiche, quasiorganische Formen. Seine Malerei, bestimmt von Gegenständlichkeit und Abstraktion, ist das Ergebnis der Auseinandersetzung mit der Natur, ohne sie abzubilden. Viele Motive in seinen Arbeiten erinnern an Felsformationen, Kristalle, Geäst oder Holzmaserungen und finden sich auch in den Aquarellen und Monotypien.

Aktion - Reaktion

Hannovers Skulpturen mal anders

Vis-à-vis der NORD/LB entstand 2006 auf der Verkehrsinsel am Aegidientorplatz der „Aegidienwald“: stilisierte Bäume an deren Ende sich Windsäcke drehen, die wie der um den Wald flutende Verkehr immer wieder ihre Richtung ändern.

In Hannovers Innenstadt gibt es mehr als 200 Skulpturen, Plastiken und Installationen. Beim Thema Kunst im öffentlichen Raum war Hannover Vorreiter, wo Experimente mit Straßenkunst schon in den 1970er Jahren erstmals das Thema Kunst und die Außendarstellung der Stadt in einen unmittelbaren Zusammenhang brachten. Von 1986 bis 2000 wurde z.B. zwischen dem Königsworther Platz und dem Niedersächsischen Landtag auf einer Länge von etwa 1200 Metern die Skulpturenmeile Hannover geschaffen.

Ausgehend vom „Aegidienwald“ haben Schüler eines Kunstleistungskurses des Jahrgangs 11 der Tellkampfschule in Hannover Modelle für den öffentlichen Raum entwickelt, die auf bestimmte Plätze und Skulpturen in Hannover reagieren. Die Ausstellung zeigt neben den Skulpturmodellen auch die Entwurfsskizzen und gibt anhand der Erläuterungen der Schüler Einblick in den Entstehungsprozess der Arbeiten.

Damit setzen die Schüler eine lange Tradition fort. Schon die Aufstellung der Nanas von Niki de Saint-Phalle am Leineufer 1974 hat in der Bevölkerung eine rege Diskussion über die Rolle moderner Kunst im Stadtbild entfacht. 2008 legte das Kulturdezernat der Stadt Hannover ein Gutachten über die Kunst im öffentlichen Raum und wie man mit ihr umgehen soll vor. Die Schüler der Tellkampfschule haben sich über Hannovers Stadtbild Gedanken gemacht und legen hier konkrete Vorschläge zur Gestaltung vor. Lassen Sie sich überraschen, wie junge Menschen Hannover sehen und mit welchen Ideen sie versuchen, diese Stadt lebenswert zu machen.

Körper, Dinge, überall Hüllen

Andreas von Weizsäcker - Skulpturen und Fotografien

Der Bildhauer Andreas von Weizsäcker (1956–2008) ist vor allem für seine Skulpturen aus Papiermaché sowie Papierabformungen bekannt. Große Beachtung findet in Hannover seine Arbeit mit dem Titel „Hangover“ aus dem Jahre 1991: Unter der Raschplatzhochstraße montierte der Künstler drei Autos aus Papiermaché kopfüber.

Nach seiner Ausbildung zum Bau- und Möbelschreiner absolvierte Andreas von Weizsäcker ein Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München, der er zeitlebens verbunden blieb: Von 1984 bis 1990 war er dort als Assistent am Lehrstuhl für freie Bildhauerei tätig und lehrte in diesem Zeitraum drei Jahre im Bereich Papier und freier Bildhauerei. Bereits mit der Gründung einer Studienwerkstatt für Papier/Recycling an der Münchener Akademie im Jahre 1982 legte er seinen Fokus auf Papier. Im Jahr 2001 erhielt er eine Professur für künstlerische Papierformung.

Die Ausstellung in der NORD/LB art gallery präsentiert Installationen aus Papiermaché sowie Fotoserien aus seinem umfangreichen Oeuvre.

Another pencil of nature - Portraits 1988-2003

Mit der Ausstellung „Another pencil of nature – Portraits 1988–2013“ zeigt die NORD/LB art gallery Porträtfotografien von Michael Wesely. Die Portraitarbeiten können damit erstmalig in einem derartig großen Umfang präsentiert werden.

Michael Wesely ist bekannt für seine Langzeitbelichtungen, die einen Zeitverlauf auf nur einem Bild speichern. Zuzeiten weit verbreiteter Digitalfotografie greift er dabei auf eine Urform der Fotografie zurück: die Camera obscura. Eine Gruppe der ausgestellten Porträtfotografien zeigt deutlich das Gegenteil der auf den Augenblick fixierten Fotografie: Durch Langzeitbelichtung von etwa 5 bis 20 Minuten sowie durch Bewegung vor der Kamera entstehen oft verunklärte, verwischte Porträts, bei denen der Betrachter den Dargestellten häufig  nicht identifizieren kann. Die Titel der Fotografien geben jedoch stets den Namen des Porträtierten und die Dauer der Aufnahme an.

Der Ausstellungstitel „Another pencil of nature“ verweist auf einen der Erfinder der Fotografie: William Henry Fox Talbot (1800–1877). Talbot bezeichnete die Fotografie als „Pencil of Nature“, durch den sich das abgebildete Objekt mittels Licht auf die Projektionsfläche zeichne. Talbot nutzte die Camera obscura ursprünglich als Zeichenhilfe und sprach von „Photogenic Drawing“, eine durch Licht hervorgebrachte Zeichnung. Weselys Arbeiten wirken dagegen malerisch. 

Michael Wesely (*1963 in München) lebt in Berlin. Zu seinen Arbeiten gehören, neben der Porträtfotografie, die extreme Langzeitbelichtung von Bauprojekten wie die Bebauung des Potsdamer Platzes in Berlin mit Belichtungszeiten von bis zu 26 Monaten oder des Neubaus des MoMA in New York. Aber auch Stillleben wie die Langzeitbelichtung von Blumen in einer Vase oder Früchten in einer Schale, die deren Vergehen zeigen, sind Teil des Werks von Michael Wesely.

„Für mich entscheidend ist die Unterwanderung der Repräsentation, die ja letztlich das Wesen der Fotografie ausmacht. Meine Bilder liefern nur einen Bruchteil des zu erwartenden Bildes. Der Betrachter kann/darf, oder sogar muss sich zu evozierten Realitätsfragmenten positionieren.“

>www.wesely.org

Die Macht der roten Farbe

Rupprecht Geiger (1908 - 2009) gehört zu den Pionieren der abstrakten Farbfeldmalerei.

Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt bei ausgewählten Gemälden des Künstlers aus der Zeit zwischen 1949 und 1955. Schritt für Schritt rückte Geiger in dieser Werkphase die Farbe in den Mittelpunkt seiner Malerei. Zeitlich parallel, aber unabhängig von der Entstehung des Colorfield Painting in Amerika, war sein Schaffen wegweisend für die Aufwertung der Farbe vom Malmittel zum Bildthema.

Ein Schlüsselmoment in Geigers künstlerischer Entwicklung war Ende der 40er Jahre ein Erlebnis des Künstlers mit einem leuchtenden Rot inmitten der grauen Trümmernlandschaft seiner kriegszerstörten Heimatstadt München. Die Erinnerung an dieses Erlebnis hielt Geiger 1970 auf einer Schrifttafel fest - sie bildet das Herzstück der Ausstellung.

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Archiv Geiger in München.

>www.archiv-geiger.de

CUT

Der Schnitt in all seinen verschiedenen Bedeutungsvarianten steht im Mittelpunkt der Ausstellung „CUT“ von Heike Weber. Erstmals in der Ausstellungsgeschichte der NORD/LB art gallery wird darin der besondere Charakter der Galerie-Architektur künstlerisch aufgegriffen und reflektiert. Auch hier ist der „Schnitt“ ein Gestaltungsmotiv: Die vom Boden bis zur Decke reichende, fast zweieinhalb Raumseiten umlaufende Fensterfront bildet eine messerscharfe Zäsur zwischen Innen- und Außenraum, die aufgrund ihrer Transparenz beide Bereiche gleichzeitig trennt und verbindet.

Genau bei diesem Aspekt setzt Heike Weber an: Auf der Basis einer Zeichnung schafft die Künstlerin speziell für den Ort eine Bodeninstallation und eine Wandarbeit, die den Raum sowohl füllen als auch in zwei Ebenen schneiden. Die temporäre Verwandlung des Raumes ergänzt sie durch mehrschichtige, großformatige Scherenschnitte mit überraschender Tiefenwirkung.

„Meine Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Wahrnehmung im Grenzbereich zwischen Malerei, Zeichnung und Skulptur. Sie entwickelt sich in Korrespondenz mit dem Raum, deshalb gehe ich nicht von einem bestimmten Material aus. Aber dennoch spielt das Medium „Zeichnung“ in meinem Werk durchgehend eine große Rolle. Auch wenn ich mit weißen Haarnetzen Wände verkleide und damit den Raum aufweiche, oder wenn ich ein Video zeige, das den immer gleichen Ausschnitt eines Golfplatzes zeigt, der sich allmählich mit Bällen füllt, hat es eine zeichnerische Komponente. Man sieht immer nur hinzukommende Punkte, die das Hier und Jetzt verkörpern. Zeichnung hat für mich eindeutig etwas mit Zeit zu tun. Die Linie markiert einen Weg von Punkt zu Punkt.“

Heike Weber (*1962 in Siegen) lebt in Köln.

>www.heikeweber.net

Fotografie

Christiane Richter, 1963 in Bielefeld geboren, gilt als Pionierin einer ungegenständlichen Fotokunst der Farbe. Diese Richtung der Fotografie konzentriert sich auf die reine Lichtgestaltung, auf die Interaktion von beschichtetem Fotopapier und Licht sowie auf die technischen und chemischen Prozesse im Verlauf der fotografischen Bildentstehung.

Mit einer Kleinbildkamera fotografiert die Künstlerin weißes Licht, das seine Farbigkeit durch Filterungen erhält. Bei der Entwicklung des Negativs im Labor werden wiederum die im Fotopapier eingelagerten Farbschichten aktiviert. Mit diesen Farbfotografien sucht und schafft sie Bezüge zur zeitgenössischen monochromen Malerei, obgleich die Fotografie mit ihren industriell genormten Farben eine eigene Farbigkeit hervorbringt.

Zum Leidwesen der Künstlerin hat man sie etwas einseitig auf die ungegenständliche Fotografie festgelegt, obwohl sie immer mehrgleisig gearbeitet hat. Auf ungegenständliche Werkgruppen folgen Fotografien von Pflanzen und Kirchenarchitekturen. Neben Fotografien entstehen parallel Gemälde und Aquarelle, die sich auch mit Farbe und Licht auseinandersetzen.

>www.christiane-richter.com

Cross Section

Katja Pfeiffer setzt sich in ihren Installationen mit dem Raum, den sie vorfindet, auseinander. Raffiniert schichtet sie die unterschiedlichsten Materialien zu dem Anschein nach räumlichen Objekten, wobei ihre Vorliebe für das Provisorische, für Behelfsverbindungen, Attrappen, Baustellen und Absurdes sichtbar wird. Malerei und Skulptur zugleich bewegen sich die Arbeiten zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. Schichtung und Collage, das Spiel mit Transparenz bestimmen ihr formales Repertoire. Wandreliefs und Papierarbeiten flankieren ihre Installationen.

>www.katjapfeiffer.com

POLLYANNA

Farbe und Raum sind die beiden bestimmenden Momente der Arbeit von Michael Jäger, der sich zwischen Malerei und Rauminstallation bewegt und beides kunstvoll miteinander verbindet. Er reagiert auf den Raum, den er vorfindet, indem er Wände farblich gestaltet und damit das Bild eines Raumes erzeugt, der selbst zum Bild geworden ist. Darauf installiert er in einem zweiten Schritt seine als Hinterglasmalerei angelegten Bilder.

Auf Acrylglasscheiben trägt Michael Jäger unterschiedliche Farbpartien auf, so dass im fertigen Bild Farbe sichtbar wird oder hinter vorgelagerten Schichten verschwindet, was während des Malprozesses nie ganz absehbar oder gar kalkulierbar ist. Die übereinanderliegenden Farbschichten erzeugen eine tiefenräumliche Wirkung.

Die Bilder funktionieren wie Spiegel, die den Betrachter als Teil des Bildes mit einbeziehen, aber auch zeigen, wie die Arbeit sich in ihrer farbigen Umgebung spiegelt.

>www.michaeljaeger.com

instant places - Polaroids 1998 - 2009

Die NORD/LB art gallery zeigt zum ersten Mal in einer Einzelausstellung die neuen Fotoarbeiten von Janko Woltersmann. In Zeiten der digitalen Bildfindung und –wiedergabe hat Janko Woltersmann das Medium der Sofortbildfotografie für sich entdeckt und realisiert mit „instant places“ seine zweite aus Polaroid-Arbeiten bestehende Werkserie. Auf seinen Reisen durch Nordamerika, Asien und Europa spürt Woltersmann dem Vertrauten im Fremden nach, sucht nach Orten, die im allgemeinen Bildgedächtnis vorhanden sind. „instant places“ zeigt Momentaufnahmen alltäglicher Situationen und scheinbar banaler Dinge, wobei die besondere Farbigkeit und Beschaffenheit des Polaroid-Materials das Beiläufige der Motive unterstreicht.

>www.woltersmann.de

85. Herbstausstellung niedersächsischer Künstler: "Leinen los!"

Alle zwei Jahre findet nun schon, vom Kunstverein Hannover initiiert, zum 85. Mal die traditionsreiche und einzige Übersichtsausstellung zur zeitgenössischen Kunst in Niedersachsen und Bremen statt und ist wieder zu Gast in der NORD/LB art gallery. Diese Ausstellung vereinigt renommierte und überregional bekannte Positionen mit neuen Entdeckungen aus den Kunsthochschulen in Niedersachsen und Bremen.

>www.kunstverein-hannover.de

Rilke - Michelangelo

Prof. Dr. Markus Lüpertz, 1941 geboren, zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. In 50 Jahren hat er ein beeindruckendes Werk geschaffen und auf unterschiedlichen künstlerischen Feldern eine Meisterschaft erlangt, die ihresgleichen sucht: Neben seinen kraftvoll expressiven Bildern, entstehen seit 1980 auch Skulpturen und Bühnenbilder.

In Auseinandersetzung mit Sonetten Michelangelo Buonarrotis, die Rainer Maria Rilke ins Deutsche übersetzte, hat Markus Lüpertz 42 Handzeichnungen und Aquarelle geschaffen, die in der Ausstellung präsentiert werden.

Toni Schneiders (1920 – 2006) hat über vier Jahrzehnte lang auf ganz unspektakuläre Weise wirklich außergewöhnliche Fotografien gemacht und entscheidend dazu beigetragen, die Fotografie in Deutschland nach 1945 zu erneuern und zu erweitern.

Er ist bekannt geworden als Gründungsmitglied der legendären Avantgardegruppe fotoform (seit 1949) und gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Nachkriegsfotografie.

Toni Schneiders ging in der Bildfindung und Bildgestaltung immer von ganz konkreten, realen Gegenständen aus, am liebsten von Motiven, die er, wie er selbst ganz einfach formulierte, „draußen”, im Leben und in der Natur fand. Er vertraute auf die Kraft des Sichtbaren. Motiv und fotografische Idee wurden erst bildwürdig, wenn sie in ihrer grundlegenden Form entdeckt und in ihren möglichen Lichtpotentialen wahrgenommen waren, „…denn jedes Foto ist ein Ausschnitt und ein Teil der Wahrheit.“

>www.tonischneiders.de

Ansprechpartner


NORD/LB art gallery

Die NORD/LB art gallery befindet sich im Gebäude der NORD/LB in Hannover, Ecke Friedrichswall/Willy-Brandt-Allee. 

>Anfahrtsbeschreibung

Öffnungszeiten der NORD/LB art gallery:
Dienstag bis Sonntag, 12:00-18:00 Uhr

Der Eintritt ist frei!