29.03.2012

Wirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns wächst in 2011 ordentlich

NORD/LB untersucht wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsmarkt

Die Wirtschaftsleistung ist in Mecklenburg-Vorpommern in Jahr 2011 gewachsen. Im ersten Halbjahr des letzten Jahres konnte das Bruttoinlandsprodukt um gut zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen. „Grundsätzlich haben alle Sektoren der Wirtschaft von der Erholung profitiert”, sagt Dr. Arno Brandt, Leiter der NORD/LB Regionalwirtschaft. „Deutliche Wachstumsimpulse sind dabei vom Verarbeitenden Gewerbe, vom Baugewerbe und von der Exportwirtschaft ausgegangen.”

Industrie, Baugewerbe und Außenhandel entwickeln sich positiv

Das Verarbeitende Gewerbe hat zwar auch im Jahr 2011 einen im Bundesvergleich unterdurchschnittlichen Anteil an der Wirtschaftsleistung Mecklenburg-Vorpommerns, der Industriesektor hat sich jedoch in 2011 günstig entwickelt. Im Verarbeitenden Gewerbe haben die 299 Betriebe des Landes mit 50 und mehr Beschäftigten ihren Umsatz um kräftige 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert, im vierten Quartal sind die Industrieumsätze in Mecklenburg-Vorpommern sogar stärker gestiegen als im gesamten Bundesgebiet.
Im Jahresverlauf haben besonders die Umsätze in der Automobilindustrie und der Gummi-, Kunststoff- sowie Chemieindustrie zugelegt. Auch die Nahrungs- und Futtermittelindustrie konnte als größter Industriezweig des Landes stärkere Umsatzzuwächse als im Vorjahr erzielen. Von großer und wachsender Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern ist das Baugewerbe. Die Bauindustrie hat in 2011 eine besonders günstige Konjunktur gezeigt: die Umsätze sind im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Prozent gewachsen und lagen damit über dem Bundeswert von 12,5 Prozent. Wie schon im Jahr 2010 entwickelte sich auch der Außenhandel im Nordosten Deutschlands auffallend positiv. Die Exportwerte lagen im Jahr 2011 um 20 Prozent über dem Vorjahresniveau. Weniger positiv entwickelte sich der Dienstleistungssektor und wetterbedingt der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern.

Ältere Arbeitnehmer und Hochqualifizierte stärker nachgefragt

Trotz des relativ starken Rückgangs der Arbeitslosenquote um 0,7 Prozent im Jahr 2011 bleibt die Lage am Arbeitsmarkt des nordöstlichen Bundeslands weiter angespannt. Starke saisonale Schwankungen und regionale Unterschiede bestehen weiter fort. „Auffällig ist, dass die Beschäftigung sich unter älteren Arbeitgebern und Akademikern sowie im Verarbeitenden Gewerbe sich ausgesprochen positiv entwickelt hat”, so Brandt. Die Zahl der 50- bis 64-jährigen Arbeitnehmer ist im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent angewachsen. Unter jüngeren, Niedrigqualifizierten und im Dienstleistungssektor ist die Entwicklung dagegen negativ. „Wie im gesamten Bundesgebiet ist in Mecklenburg-Vorpommern ein sehr deutlicher Trend zur vermehrten Beschäftigung von Hochqualifizierten zu beobachten”, erklärt Brandt.

Wachstumschancen in Zukunftsbranchen

Trotz gestiegener Exportquote ist Mecklenburg-Vorpommern weiterhin stark von binnenkonjunkturellen Einflüssen abhängig. Die Unabhängigkeit von globalen konjunkturellen Schwankungen stellt aber auch eine Stärke des Landes dar: Zukunftsbranchen wie die Gesundheits-, Ernährungs-, Tourismus- und Energiewirtschaft versprechen große Entwicklungschancen. Mittlerweile ist Reihe von Netzwerken zwischen Wirtschaft und Wissenschaft entstanden, die einen großen Beitrag zur Steigerung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Landes leisten können. „Zukünftig wird es noch stärker darauf ankommen, die Attraktivität für Fachkräfte zu steigern und Fachkräfte zu binden, um so die Entwicklungspotentiale Mecklenburg-Vorpommerns auszuschöpfen”, sagt Brandt.


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