02.11.2018

Stresstest bestätigt Kapitalstärkungskurs der NORD/LB und ihrer Träger

  • Ergebnis „im Rahmen der Erwartungen“, geprägt von niedrigem Ausgangswert
  • NORD/LB bei Stresstest-Effekt im Mittelfeld der deutschen Banken
  • Bank setzt Strategie der Kapitalstärkung, NPL-Reduzierung und Konzerntransformation fort
  • Bieterverfahren mit Investoren verläuft planmäßig und vielversprechend

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat den europaweiten Banken-Stresstest mit einer CET1-Quote von 7,07 Prozent im adversen Szenario abgeschlossen. „Das Stresstest-Ergebnis der NORD/LB bewegt sich damit im Rahmen der Erwartungen und brachte keine Überraschungen“, erklärte Thomas Bürkle, Vorstandsvorsitzender der NORD/LB. „Das Ergebnis trägt der Tatsache Rechnung, dass wir in den vergangenen Jahren bekanntlich in großem Umfang Risiken aus dem Schiffsportfolio abgeschirmt haben. Dies war notwendig und sinnvoll, drückt aber natürlich auf die Kapitalausstattung. Deshalb ist das Ergebnis zugleich eine klare Bestätigung des Kapitalstärkungskurses, den wir gemeinsam mit unseren Eigentümern eingeschlagen haben und den wir konsequent vorantreiben. Das in diesem Zusammenhang gestartete Bieterverfahren mit potenziellen Investoren verläuft planmäßig und vielversprechend.“

Schnellanalyse der Bank

Ausschlaggebend für das Stresstest-Ergebnis der NORD/LB war der niedrige Ausgangswert für die Kapitalquote (CET1) der Bank, die im adversen Szenario um 6,08 Prozentpunkte gefallen ist. Im Durchschnitt aller beteiligten deutschen Banken lag dieser Wert (drop rate) bei 5,86 Prozentpunkten. Damit bewegt sich die NORD/LB beim eigentlichen Stresstest-Effekt im Vergleich der deutschen Banken im Mittelfeld. Dies zeigt eine erste interne Schnellanalyse der Bank am Abend der Stresstest-Veröffentlichung, in der es heißt: „Aufschlussreicher als die bloße Platzierung in einer Kapitalquoten-Rangliste ist die Betrachtung des Stresstest-Effekts, also der Differenz der Kapitalquote zwischen der Ist-Situation und dem angenommenen Krisenszenario für das Jahr 2020. Diese drop rate gibt vereinfacht gesagt eine Indikation darüber, inwieweit sich möglicherweise noch unerkannte oder unabgeschirmte Ausfallrisiken in der Bilanz einer Bank befinden, die in einem Krisenszenario zu einer besonderen Belastung werden könnten. Ein hoher Wert wäre hier also ein Warnzeichen. Bei der Betrachtung dieser drop rate erzielt die NORD/LB mit einem Wert von 6,08 Prozentpunkten allerdings ein unauffälliges Ergebnis im Durchschnitt der deutschen Banken.“

Seit dem letzten Banken-Stresstest im Jahr 2016 hat die NORD/LB für ihr Schiffskreditportfolio aus eigener Kraft und ohne staatliche Hilfen Risikovorsorge in Höhe von insgesamt rund 3,9 Mrd. Euro neu gebildet. „Diese Maßnahmen entsprachen den Vorgaben der geltenden Bilanzierungsregeln ebenso wie den Erwartungen der Bankenaufsicht, der Rating-Agenturen, der Eigentümer und der Öffentlichkeit. Diese Maßnahmen haben zugleich aber auch die Kapitalbasis der Bank belastet“, folgert die Schnellanalyse der Bank. „Deshalb startete die NORD/LB von einem vergleichsweise niedrigen Ausgangswert  in den Stresstest, und demzufolge kommt sie – trotz einer nur moderaten ‚drop rate‘ – im adversen Szenario im Wettbewerbsvergleich auch mit einem entsprechend niedrigeren Ergebnis wieder heraus. Dies ist die erwartete Konsequenz aus der zuvor gebildeten Risikoabschirmung.“

Bank setzt Kurs bei Kapitalstärkung, NPL-Abbau und Konzern-Transformation fort

Die NORD/LB hatte deshalb bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass sie für ihr Geschäftsmodell eine harte Kernkapitalquote von 13 Prozent als Minimalziel betrachtet. Derzeit liegt diese Quote bei 12,4 Prozent. „Die Bank erfüllt damit zwar weiterhin deutlich alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Dies allein reicht aber nicht aus, um die NORD/LB auf steigende Anforderungen der Zukunft und auf kommende Herausforderungen der Märkte vorzubereiten“, so Bürkle. „Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit unseren Eigentümern sehr intensiv daran, unsere Kapitalbasis nachhaltig zu stärken. Aus dem Stresstest ergeben sich insofern keine neuen Erkenntnisse oder akute Handlungserfordernisse, sondern es unterstreicht als ein weiterer Datenpunkt die Notwendigkeit, den eingeschlagenen Kurs konsequent fortzusetzen.“

Auf drei Handlungsfeldern arbeitet die NORD/LB derzeit daran, die Bank zukunftssicher neu aufzustellen:

  1. Seit Ende letzten Jahres prüft die Bank gemeinsam mit ihren Trägern intensiv unterschiedliche Optionen zur Kapitalstärkung. Hierzu findet ein enger Austausch mit der Bankenaufsicht und der EU-Kommission statt. Zu den denkbaren Optionen zählt auch eine mögliche Beteiligung externer Investoren an der NORD/LB. Ende September ist ein Bieterverfahren angelaufen, bei dem mehr als zehn hochwertige Interessensbekundungen eingegangen waren. Eine engere Auswahl von strategischen und Finanz-Investoren, deren Angebote am besten zu den strategischen Vorstellungen der Bank und ihrer Träger passen, hat seit Mitte Oktober Zugang zu einem Datenraum. Zugleich prüft auch das Land Niedersachsen als Mehrheitseigentümer der NORD/LB, sich im Rahmen des Beteiligungsmanagements an einer Kapitalmaßnahme zu beteiligen.
  2. Der Abbau des NPL-Schiffsportfolios schreitet in großen Schritten voran. Damit reduziert die NORD/LB ihre Risikoaktiva und ihren Kapitalverbrauch. Nachdem die Bank ihr gesamtes Schiffsportfolio von 19,0 Mrd. Euro (Ende 2015) auf mittlerweile 11,5 Mrd. Euro (Mitte 2018) reduziert hat, konzentriert sie sich nun auf das NPL-Schiffs-kredit¬portfolio. Die Bank hatte sich das Ziel gesetzt, dieses Portfolio von derzeit 7,7 Mrd. Euro bis Ende 2019 auf unter 5 Mrd. Euro abzubauen. Hier macht die Bank derzeit große Fortschritte, so dass dieses Ziel voraussichtlich bereits deutlich früher erreicht werden kann.
  3. Parallel hierzu treibt die Bank weiterhin ihr konzernweites Transformationsprogramm One Bank voran, das alle Prozesse, Produkte und Strukturen auf den Prüfstand stellt und die Wettbewerbsfähigkeit der NORD/LB mit Blick auf Ertragsfähigkeit, Risiken und Kosten langfristig sicherstellen soll. In diesem Rahmen ist am gestrigen 1. November die zweite Phase eines freiwilligen Personalabbauprogramms gestartet worden, mit dem konzernweit bis Ende 2020 insgesamt 1.250 Stellen abgebaut werden sollen.

 

„Auf allen diesen Feldern – Kapitalisierung, NPL-Abbau, Konzerntransformation – erzielen wir gute Fortschritte. Die Bank und ihre Träger haben den tiefgreifenden Umbau der Bank bereits frühzeitig eingeleitet. Wir werden ihn konsequent fortsetzen, um die Bank zukunftssicher aufzustellen. Der Stresstest belegt, dass wir auf den richtigen Feldern unterwegs sind“, erklärte Thomas Bürkle. Ein tragfähiges Konzept zur Kapitalstärkung und Neuausrichtung der Bank soll bis Jahresende vorgelegt werden.


Über die NORD/LB
Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank gehört mit einer Bilanzsumme von 160 Mrd. EUR zu den führenden deutschen Geschäftsbanken. Zu den Kerngeschäftsfeldern zählen Strukturierte Finanzierungen im Energie- und Infrastruktursektor, die Schiffs- und Flugzeugfinanzierung, das Firmenkundengeschäft, die gewerbliche Immobilienfinanzierung, das Kapitalmarktgeschäft sowie Privat-und Geschäftskunden einschließlich Private Banking. Die Bank hat ihren Sitz in Hannover, Braunschweig und Magdeburg. Die NORD/LB verfügt zudem über Niederlassungen in Bremen, Oldenburg, Hamburg, Schwerin, Düsseldorf, München, und Stuttgart. Außerhalb Deutschlands ist die NORD/LB mit einer Pfandbriefbank (NORD/LB Covered Bond Bank) in Luxemburg sowie mit Niederlassungen in London, New York, Singapur und Shanghai vertreten.

Ansprechpartner

NORD/LB Medien und Kommunikation
Friedrichswall 10
30159 Hannover


Archiv-Suche


Presse-Verteiler

Sie sind Journalist und möchten in unseren Presse-Verteiler aufgenommen werden, damit Sie regelmäßig die NORD/LB Presse-Informationen erhalten? Dann nutzen Sie bitte unser Anmeldeformular.

>Presse-Verteiler