17.04.2018

NORD/LB zurück in der Gewinnzone

  • Bank erzielt im Geschäftsjahr 2017 Ergebnis vor Steuern von 195 Mio. Euro
  • Abbau des Schiffsportfolio weit vorangeschritten
  • Harte Kernkapitalquote auf 12,2 Prozent gestiegen
  • Bürkle: „Transformation der Bank läuft auf Hochtouren“

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat im Geschäftsjahr 2017 einen Gewinn vor Steuern von 195 Mio. Euro erzielt. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich auf 135 Mio. Euro. Im Geschäftsjahr 2016 hatte die Bank infolge der massiven Verschärfung der globalen Schifffahrtskrise noch einen Verlust vor Steuern von minus 1,9 Mrd. Euro verzeichnet.

„Wir haben die vier großen Ziele, die wir uns für 2017 gesetzt hatten, alle erreicht“, sagte Thomas Bürkle, Vorstandsvorsitzender der NORD/LB. „Die Bank ist wieder profitabel und konnte ihre Kapitalquoten nach oben führen. Wir sind zudem beim Abbau unseres  Schiffsfinanzierungsportfolios deutlich schneller vorangekommen als zunächst geplant. Und wir haben mit der vollständigen Integration der Bremer Landesbank in die NORD/LB einen ersten wichtigen Schritt in der Neuaufstellung des Konzerns gemacht.“

Mit einer Risikovorsorge im Kreditgeschäft in Höhe von 986 Mio. Euro hat die Schifffahrtskrise auch im Jahresabschluss der Bank für 2017 deutliche Spuren hinterlassen. Die Belastung für das Ergebnis fiel allerdings deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Währenddessen ist die Bank beim Abbau ihres Schiffsfinanzierungsportfolios erneut gut vorangekommen. Bis zum Jahresende 2017 konnte das Portfolio, das zwölf Monate zuvor noch bei 16,8 Mrd. Euro lag, auf 12,1 Mrd. Euro reduziert werden.“

„Beim weiteren Abbau des Schiffsfinanzierungsportfolios werden wir den Fokus auf die problembehafteten Kredite (NPL) legen“, sagte Bürkle. „Wir wollen das NPL-Portfolio von heute 8,2 Mrd. Euro  bis spätestens Ende 2019 auf unter 5 Mrd. Euro zurückführen. Daneben hat die weitere Stärkung unserer Kapitalquoten für uns nach wie vor höchste Priorität, denn die Anforderungen an die Kapitalausstattung von Banken werden weiter steigen.“

Die harte Kernkapitalquote der NORD/LB, die im ersten Quartal 2017 noch bei 10,5 Prozent gelegen hatte, ist zum Jahresende 2017 auf 12,2 Prozent angestiegen. Damit erfüllt die NORD/LB deutlich alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Kapitalausstattung. Hierzu haben der Abbau von Risikoaktiva sowie Verbriefungstransaktionen beigetragen.

„Wir wollen die Krisenresistenz der Bank weiter erhöhen und uns auf steigende Anforderungen an unsere Kapitalquoten vorbereiten. Unser Ziel ist es daher, die harte Kernkapitalquote auf mindestens 13 Prozent anzuheben. Gemeinsam mit unseren Eigentümern arbeiten wir derzeit an einem umfassenden Konzept zur nachhaltigen Stärkung unserer Kapitalquoten sowie zur Steigerung der Profitabilität der Bank“, so Bürkle. „Hierfür werden verschiedenste Optionen geprüft, dazu gehört auch die Möglichkeit, die Bank für privates Kapital zu öffnen.“

Bei der Umsetzung eines konzernweiten Transformationsprogramms, das Bürkle vor einem Jahr gestartet hatte, hat die Bank bereits wichtige Schritte vollzogen. Bereits am 31. August wurde die Bremer Landesbank (BLB) vollständig mit der NORD/LB fusioniert. Dabei wurde an den bisherigen Standorten der BLB in Bremen und Oldenburg das konzernweite Geschäft mit norddeutschen Firmenkunden, die inländische Windenergiefinanzierung sowie das Private Banking konzentriert.

„Die Transformation der Bank läuft auf Hochtouren. Mit der Entscheidung über den Verbleib der Deutschen Hypo im Konzern sowie der Partnerschaft mit der Warburg Bank im Asset Management haben wir erste Richtungsentscheidungen über die zukünftige Aufstellung des Konzerns vorgenommen“, so Bürkle. „Auch bei der Realisierung der Synergieeffekte aus der Integration der BLB sind wir bereits sehr weit vorangeschritten“. Für rund 90 Prozent des sich aus der Fusion mit der BLB ergebenden Abbauziels von 423 Stellen seien bereits konkrete vertragliche Lösungen auf freiwilliger Basis gefunden worden, entweder in Form ruhestandsnaher Maßnahmen oder durch Aufhebungsvereinbarungen mit Abfindungszahlungen. Diese würden spätestens bis Ende 2020 umgesetzt.


Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017

Im Geschäftsjahr 2017 belief sich der Zinsüberschuss im Konzern auf 1.417 Mio. Euro (Vorjahreswert: 1.735 Mio. Euro). Verantwortlich für den Rückgang im Vorjahresvergleich ist neben dem niedrigen Marktzinsniveau auch die kontinuierliche Reduzierung der Bilanzsumme in den zurückliegenden Jahren. Dabei sind insbesondere die Erträge aus dem Schiffsfinanzierungsportfolio, das die Bank massiv zurückgeführt hat, spürbar zurückgegangen.

Die Nettozuführungen zur Risikovorsorge liegen mit 986 Mio. Euro (2.956 Mio. Euro) weiterhin auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau, sind im Vorjahresvergleich allerdings massiv zurückgegangen. Sie entfallen weiterhin nahezu ausschließlich auf das Segment Schiffsfinanzierung.

Der Provisionsüberschuss lag bei 112 Mio. Euro (219 Mio. Euro). Belastend wirkten hier gezahlte Prämien für Verbriefungstransaktionen in Höhe von 101 Mio. Euro. Zudem war der Vorjahreswert durch einen positiven Sondereffekt aus der Übertragung des Verwahrstellengeschäfts an die Landesbank Baden-Württemberg überzeichnet.

Das Fair-Value-Ergebnis (einschließlich Hedge Accounting) belief sich auf 354 Mio. Euro (415 Mio. Euro), das Ergebnis aus Finanzanlagen ist auf 147 Mio. Euro (49 Mio. Euro) angestiegen. Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen erhöhte sich von minus 2 Mio. Euro auf 38 Mio. Euro.

Der Verwaltungsaufwand betrug 1.185 Mio. Euro (1.113 Mio. Euro). Der Anstieg ist auch durch erhöhte Aufwendungen für die IT-Infrastruktur infolge steigender regulatorischer Anforderungen begründet. Der Verwaltungsaufwand umfasst auch Aufwendungen in Höhe von 22 Mio. Euro für die Sicherungsreserve der Landesbanken sowie die EZB-Umlage.

Das sonstige betriebliche Ergebnis war stark durch Sondereffekte aus Wertpapiergeschäften begünstigt und stieg deutlich auf 383 Mio. Euro (minus 173 Mio. Euro). Die Position beinhaltet Aufwendungen für die EU-Bankenabgabe in Höhe von 52 Mio. Euro.

Im Um- und Restrukturierungsaufwand in Höhe von 85 Mio. Euro (39 Mio. Euro) sind Rückstellungen für das im vergangenen Jahr gestartete Transformationsprogramm One Bank enthalten. Sie betreffen insbesondere personalwirtschaftliche Maßnahmen im Zusammenhang mit der Fusion der Bremer Landesbank mit der NORD/LB.

Gemäß IFRS werden in der Gewinn- und Verlustrechnung Ertragssteuern in Höhe von 60 Mio. Euro (94 Mio. Euro) abgebildet.

Die Cost-Income-Ratio belief sich im Geschäftsjahr 2017 auf 51,4 Prozent (50,7 Prozent), der Return-on-Equity betrug 3,4 Prozent (minus 24,7 Prozent).

Die Bilanzsumme des NORD/LB Konzerns wurde erneut zurückgeführt und belief sich per 31.12.2017 auf 165,4 Mrd. Euro (Jahresultimo 2016: 174,7 Mrd. Euro). Seit 2010 ist die Bilanzsumme der NORD/LB um 28 Prozent gesunken. Noch deutlicher wurde der für die Berechnung der Kapitalquoten maßgebliche Gesamtrisikobetrag abgesenkt. Er lag zum Jahresende 2017 bei 46.884 Mio. Euro und damit um 22 Prozent unterhalb des Vorjahreswerts (59.896 Mio. Euro). Seit 2010 wurden die Risikoaktiva um nahezu die Hälfte (46 Prozent) reduziert.

Die harte Kernkapitalquote (Common equity tier 1 ratio, CET 1-Quote) der NORD/LB lag am 31. Dezember 2017 bei 12,2 Prozent. Nachdem sie aufgrund der Verarbeitung des Vorjahresverlustes zwischenzeitlich auf 10,5 Prozent abgesunken war, liegt sie nun über dem Wert vom Jahresende 2016 (11,3 Prozent). Fully loaded, das heißt nach vollständiger Anwendung der bis 2019 umzusetzenden Basel III-Regeln, erhöhte sich die CET 1-Quote von 9,9 auf 11,7 Prozent. Die Gesamtkapitalquote (Total regulatory capital ratio) stieg zum 31. Dezember 2017 auf 17,8 Prozent (16,3 Prozent) bzw. fully loaded auf 17,5 Prozent (15,2 Prozent).


Entwicklung der Geschäftssegmente

Mit Ausnahme der Schiffsfinanzierung waren alle Geschäftsbereiche der NORD/LB auch 2017 profitabel. Im Segment Energie- und Infrastrukturkunden konnte die NORD/LB ihre Marktstellung als einer der führenden Finanzierer für Erneuerbare Energien in Europa behaupten. Im Geschäftsjahr 2017 ist die Finanzierung des größten europäischen Windparks in Nordschweden hervorzuheben, bei der die NORD/LB als Mandated Lead Arranger agierte. Im Bereich Infrastrukturfinanzierung konnten verschiedene Projektfinanzierungen im Bildungsbereich erfolgreich realisiert werden.

Im Segment Immobilienkunden erzielte die Konzerntochter Deutsche Hypo, das Kompetenzzentrum für gewerbliche Immobilienfinanzierungen in der NORD/LB, ein Geschäftsergebnis auf weiterhin hohem Niveau. Beim Neugeschäft 2017 hervorzuheben sind Finanzierungen für den Gewerbepark „Phoenixhof“ in Hamburg, für ein Shopping-Center in Danzig sowie für ein Immobilien-Portfolio in Frankreich. Ende 2017 emittierte die Deutsche Hypo zudem als zweite Bank in Deutschland erfolgreich einen grünen Hypotheken-Pfandbrief, der das Qualitätsprodukt Pfandbrief mit der Finanzierung ausschließlich energieeffizienter Immobilien verbindet.  

Trotz eines verschärften Wettbewerbs und zunehmenden Margendrucks wurde das Ergebnis im mittelständischen Firmenkundengeschäft deutlich gesteigert. Insbesondere bei Akquisitionsfinanzierungen und der Begebung von Schuldtiteln konnte sich die Bank erfolgreich am Markt positionieren. Der vom Standort Magdeburg aus operierende Bereich Wohnungswirtschaft profitierte von der steigenden Wohnungsnachfrage und konnte seine Position bundesweit weiter stärken. Auch im Agrar Banking konnte die Marktposition als bedeutender Spezialfinanzierer weiter ausgebaut werden.

Auch im Segment Flugzeugkunden ist der Wettbewerbsdruck weiterhin hoch. Schwerpunkt dieses Geschäftsfeldes blieben auch 2017 Operating-Lease-Transaktionen. Erstmals wurden dabei auch Transaktionen mit japanischen Investoren aufgelegt. Ein zunehmend bedeutender werdendes Geschäftsfeld ist die Finanzierung von Frachtflugzeugen für das stark wachsende eCommerce-Geschäft. Hier hat sich die NORD/LB an einem Frachtflugzeugfonds mit einem Gesamtvolumen von 150 Mio. US-Dollar beteiligt. Nach wie vor liegt die Risikovorsorge in Segment Flugzeugkunden auf einem sehr niedrigen Niveau.

Die Schiffsfinanzierung ist aufgrund der weiterhin überdurchschnittlich hohen Zuführung von Risikovorsorge für Altbestände nach wie vor als einziger Geschäftsbereich des Konzerns defizitär. Die Aktivitäten konzentrieren sich hier auf den verstärkten Abbau des NPL-Portfolios. Zu diesem Zweck wurde Mitte 2017 eine separate Einheit gegründet. Gleichwohl wird selektiv risikoarmes und profitables Neugeschäft eingegangen. Der Fokus liegt hier auf dem Ausbau der Geschäftsaktivitäten im Spezialtonnage-Bereich sowie im Kreuzfahrt- und Fährensegment.

Im Segment Markets, in dem die  Hauptaktivitäten im Geschäft mit Kapitalmarktprodukten für institutionelle Kunden liegen, konnte die NORD/LB erneut ihre Platzierungskompetenz sowohl für Eigen- als auch für Fremdemissionen unter Beweis stellen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Markt der in Euro gedeckten Anleihen. Hier erreichte die NORD/LB wieder die Top 15 der „Global League Tables“, einer weltweiten Emissions-Rangliste für gedeckte Anleihen. Im Rahmen der eigenen Refinanzierungsaktivitäten platzierte die NORD/LB 2017 sowohl eine zehnjährige als auch eine siebenjährige Pfandbrief-Benchmark-Emission.

Im Segment Privat- und Geschäftskunden, das maßgeblich durch die Braunschweigische Landessparkasse (BLSK) dominiert wird, hat sich das Ergebnis im Geschäftsjahr 2017 leicht verbessert. Die zentrale Herausforderung war die immer stärker voranschreitende Digitalisierung. Die BLSK hat im vergangenen Jahr einen Chief Digital Officer sowie ein Digitales Steuerungsboard implementiert. Das Private Banking der ehemaligen Bremer Landesbank (BLB) konnte das Neufinanzierungsvolumen gegenüber dem Vorjahr steigern. Der Elite-Report zeichnete die BLB erneut als „ausgezeichneten Vermögensverwalter“ aus.


Ausblick 2018

Im laufenden Jahr erwartet die Bank weitere Verschärfungen der regulatorischen Anforderungen. Insbesondere die Erwartungen an die Kapitalausstattung werden weiter zunehmen. Daher arbeitet die NORD/LB gemeinsam mit ihren Eigentümern an einem umfassenden Konzept zur Stärkung ihrer Kapitalquoten. Dabei werden auch Überlegungen zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells und zur strategischen und organisatorischen Neuausrichtung des gesamten Konzerns verfolgt, einschließlich der Möglichkeit, die Bank für privates Kapital zu öffnen.

„Wir wollen die Profitabilität, die Krisenresistenz und die zukünftigen Handlungsspielräume der Bank nachhaltig erhöhen“, sagte Bürkle. „Für das Geschäftsjahr 2018 streben wir wieder einen Gewinn an. Oberste Priorität hat aber die Stärkung der Kapitalquoten sowie der weitere Abbau des NPL-Portfolios.“


PDF-Download:
>Datenblatt Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2017 (PDF, 165 KB)
>Präsentation zur Bilanzpressekonferenz 2017 (PDF, 846 KB)

Den Geschäftsbericht 2017 finden Sie hier:
>NORD/LB Berichte


Kontakt:
Dr. Thomas Klodt
Fon: +49 (0) 511 361-2758
>E-Mail senden


Über die NORD/LB
Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank gehört mit einer Bilanzsumme von 165 Mrd. EUR zu den führenden deutschen Geschäftsbanken. Zu den Kerngeschäftsfeldern zählen Strukturierte Finanzierungen im Energie- und Infrastruktursektor, die Schiffs- und Flugzeugfinanzierung, das Firmenkundengeschäft, die gewerbliche Immobilienfinanzierung, das Kapitalmarktgeschäft sowie Privat-und Geschäftskunden einschließlich Private Banking. Die Bank hat ihren Sitz in Hannover, Braunschweig und Magdeburg. Die NORD/LB verfügt zudem über Niederlassungen in Bremen, Oldenburg, Hamburg, Schwerin, Düsseldorf, München, und Stuttgart. Außerhalb Deutschlands ist die NORD/LB mit einer Pfandbriefbank (NORD/LB Covered Bond Bank) in Luxemburg sowie mit Niederlassungen in London, New York, Singapur und Shanghai vertreten.

Ansprechpartner

NORD/LB Medien und Kommunikation
Friedrichswall 10
30159 Hannover


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