22.04.2013

NORD/LB trotz Schiffskrise mit solidem Ergebnis

  • NORD/LB erzielt Ergebnis vor Steuern und Umstrukturierung von 129 Mio. Euro
  • Eigenkapital gestärkt, Kernkapitalquote steigt auf 10,9 Prozent

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat das Geschäftsjahr 2012 im Konzern mit einem Ergebnis vor Steuern und Umstrukturierung von 129  Mio. Euro abgeschlossen. Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich auf 80 Mio. Euro. Während der Zinsüberschuss, die wichtigste Ertragsquelle des operativen Geschäfts, deutlich zulegte, wurde der Gewinn insbesondere durch eine erhöhte Risikovorsorge in der Schiffsfinanzierung und währungsbedingte Bewertungseffekte geschmälert. Im Vorjahr hatte die Bank noch ein Ergebnis nach Steuern von 536 Mio. Euro erzielt, das allerdings von Sondereffekten begünstigt gewesen war.

„Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen hatten wir mit einem deutlichen Gewinnrückgang gerechnet und dies auch bereits im vergangenen Jahr angekündigt”, sagte der Vorstandsvorsitzende der NORD/LB, Dr. Gunter Dunkel. „Das Ergebnis für 2012 spiegelt sicherlich nicht die volle Ertragskraft der NORD/LB wider. Es ist dennoch ein solides Ergebnis, das die Risikoabsorptionsfähigkeit der Bank unter Beweis stellt. Wir haben trotz der anhaltend schweren Krise an den Schifffahrtsmärkten sowie weiterhin volatiler Finanzmärkte erneut einen respektablen Gewinn erzielt. Dies unterstreicht die Robustheit und Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells. Die erheblichen Belastungen im Schiffssegment können wir gut abfedern, weil sie durch die Ergebnisbeiträge aus anderen Geschäftsfeldern aufgefangen werden. Unser bewährtes und solides Geschäftsmodell ist nicht von einzelnen Branchenkonjunkturen abhängig, sondern basiert auf stark diversifizierten Ertragsquellen.”

Die Bank habe einen ordentlichen operativen Gewinn erzielt, die Erträge lägen über den Erwartungen, betonte Dunkel. Zudem sei das Geschäftsjahr 2012 von umfangreichen und erfolgreichen Kapitalstärkungsmaßnahmen geprägt gewesen, die zu deutlich gestiegenen Kapitalquoten geführt hätten. „Nicht nur auf der Ertragsseite, auch bei der Kapitalausstattung haben wir die Wettbewerbsfähigkeit der Bank verbessert”, so Dunkel. Auch das starke Gesamteinkommen zeige, dass die Bank in guter Verfassung sei. „Natürlich zählt am Ende immer das Ergebnis. Aber das Jahr 2012 hat uns auf vielen Feldern weiter nach vorne gebracht, als es in der Gewinn- und Verlust-Rechnung zum Ausdruck kommt.”

Operatives Geschäft floriert, Zinsüberschuss steigt

Der Zinsüberschuss, die wichtigste Ergebniskomponente der Gewinn- und Verlust-Rechnung des NORD/LB Konzerns, konnte im Geschäftsjahr 2012 um 11 Prozent auf 1.957 Mio. Euro (Vorjahr: 1.762 Mio.) gesteigert werden. Beim Provisionsüberschuss war ein leichter Anstieg auf 168 Mio. Euro zu verzeichnen (166 Mio.).

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wurde deutlich auf 598 Mio. Euro (197 Mio.) erhöht. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Einzelwertberichtigungen in der Schiffsfinanzierung in Höhe von rund 500 Mio. Euro. Dunkel erklärte den starken Anstieg der Risikovorsorge mit der Schwere und außergewöhnlichen Dauer der Krise an den Schifffahrtsmärkten: „Wir haben in der Schiffsfinanzierung in den letzten Jahren davon profitiert, dass wir immer auf eine hohe Qualität der von uns finanzierten Assets sowie eine gute Bonität der Kunden geachtet haben. Wir haben keinen aggressiven Wachstumskurs verfolgt und uns aus riskanten Finanzierungen herausgehalten. Nachdem die Krise an den Schifffahrtsmärkten aber mittlerweile ins fünfte Jahr geht, ist sie nun auch bei uns angekommen. Dementsprechend haben wir unsere Risikovorsorge in diesem Segment kräftig heraufgesetzt.”

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten einschließlich Hedge Accounting belief sich auf minus 122 Mio. Euro (69 Mio.). Belastungen ergaben sich hier insbesondere durch Wechselkursentwicklungen, die zu Bewertungsverlusten bei Währungsderivaten führten. Diese Finanzinstrumente werden von der NORD/LB im Zusammenhang mit der Refinanzierung von in US-Dollar valutiertem Aktivgeschäft gehalten. „Von diesen stichtagsbezogenen Bewertungseffekten, die sich aus der Marktbewertung von Cross Currency Swaps im IFRS ergeben, wollen wir uns unabhängiger machen”, sagte Dunkel. „Wir fühlen uns daher in unserer Strategie bestätigt, uns stärker direkt in US-Dollar zu refinanzieren, und werden diese weiterverfolgen.” Darüber hinaus wirkte sich auch eine bessere Marktbewertung eigener Verbindlichkeiten (Own Credit Spread) negativ auf das Fair-Value-Ergebnis aus.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen verbesserte sich auf minus 5 Mio. Euro (minus 48 Mio.). Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen, das im Vorjahr ausgeglichen war, betrug minus 14 Mio. Euro. Der Verwaltungsaufwand belief sich auf 1.158 Mio. Euro (1.091 Mio.). Der leichte Anstieg gegenüber dem Vorjahr erklärt sich überwiegend durch Tariflohnerhöhungen bei ansonsten stabilen Kostenstrukturen. Das Sonstige betriebliche Ergebnis, in dem Aufwendungen für die Bankenabgabe in Höhe von 37 Mio. Euro enthalten sind,  lag bei minus 99 Mio. Euro (69 Mio.). Das Ergebnis vor Steuern und Umstrukturierungsaufwendungen belief sich damit auf 129 Mio. Euro (730 Mio.).

Das Umstrukturierungsergebnis in Höhe von minus 53 Mio. Euro umfasst Einmalaufwendungen für Maßnahmen, die im Zuge des Kapitalstärkungsprogramms mit der EU-Kommission vereinbart wurden, und beinhaltet insbesondere Rückstellungen für freiwillige Ausscheidensvereinbarungen. Das Vorsteuerergebnis nach Umstrukturierungsaufwendungen beläuft sich auf 76 Mio. Euro (730 Mio.), das Konzernergebnis nach Steuern und Umstrukturierung auf 80 Mio. Euro (536 Mio.). Das Gesamteinkommen, in dem auch das direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnis berücksichtigt wird, ist mit 333 Mio. Euro (minus 81 Mio.) deutlich positiv.

Breite Diversifizierung der Ertragsquellen zahlt sich aus

Im Geschäftsjahr 2012 verzeichneten vor allem die Bereiche Firmenkunden/Markets, Immobilienkunden sowie Energie- und Infrastrukturkunden eine erfolgreiche Entwicklung. „Insbesondere im Geschäft mit Mittelstandsfinanzierungen läuft es zur Zeit richtig gut”, so Dunkel. „Unsere Kunden schätzen die Zuverlässigkeit und langjährige Erfahrung der NORD/LB im Firmenkundengeschäft. Wir wollen unsere bereits sehr starke Marktposition in diesem Bereich in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Aber auch im Segment der erneuerbaren Energien haben wir eine Reihe wegweisender Finanzierungen abgeschlossen.”

Trotz des insgesamt gut gelaufenen operativen Geschäfts konnte die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr um 2,08 Mrd. Euro auf 225,55 Mrd. Euro zurückgeführt werden. Die risikogewichteten Aktiva sanken von 84,8 Mrd. Euro auf 77,9 Mrd. Euro. Das Volumen des Kundenkreditgeschäfts mit 114,6 Mrd. Euro (114,7 Mrd.) blieb dabei jedoch konstant. „Auch wenn wir die Bilanzsumme und die Risikoaktiva kontrolliert zurückfahren, sind wir aus voller Überzeugung eine Kundenbank und werden dies auch bleiben”, so Dunkel.

Verschärfte EU-Kapitalanforderungen vollständig erfüllt

Die Kernkapitalquote des NORD/LB Konzerns hat sich zum Jahresultimo 2012 auf 10,9 Prozent erhöht (Jahresultimo 2011: 9,4 Prozent). Die aufsichtsrechtliche Eigenkapitalquote stieg von 12,6 auf 13,8 Prozent.

„Unsere Kapitalquoten haben sich in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich verbessert”, sagte Dunkel. „Mit dem im vergangenen Jahr umgesetzten Kapitalstärkungsprogramm haben wir die verschärften Kapitalanforderungen der EU gemeinsam mit unseren Trägern wie angekündigt vollständig und fristgerecht erfüllt. Wir haben damit das finanzielle Rückgrat der Bank gestärkt und uns noch robuster gemacht.”

Die NORD/LB verfüge an den Kapitalmärkten nach wie vor über ein ausgezeichnetes Standing, so Dunkel weiter. Dies zeige sich auch an der starken Investorennachfrage nach von der NORD/LB im Jahr 2012 aufgelegten Wertpapieren. Im Sommer 2012 hatte die NORD/LB den weltweit ersten Flugzeugpfandbrief mit einem Volumen von 500 Millionen Euro erfolgreich in den Markt gebracht und damit eine neue Anlageklasse geschaffen. Im Oktober 2012 folgte die Platzierung des ersten öffentlichen US-Dollar-Pfandbriefs der NORD/LB, mit dem dieses Marktsegment eine Wiederbelebung erfuhr. „Mit diesen beiden erfolgreichen Emissionen stellen wir unsere Refinanzierung auf eine noch breitere Basis”, sagte Dunkel. „Sie sind darüber hinaus auch ein Beleg für die Innovationskraft der NORD/LB”.

Für 2013 verbessertes Ergebnis erwartet

„Die ersten Monate des neuen Jahres sind operativ gut angelaufen, sie zeigen allerdings, dass uns auch das Jahr 2013 vor Herausforderungen stellen wird. Hierzu zählt vor allem die Krise in der Schiffsfinanzierung”, sagte Dunkel. „Es gibt Anzeichen dafür, dass wir den zyklischen Tiefpunkt an den Schifffahrtsmärkten hinter uns haben. Ein kurzfristiges Ende der Krise ist allerdings nicht zu erwarten, so dass wir im Schiffssegment auch im laufenden Jahr mit einer überdurchschnittlich hohen Risikovorsorge rechnen. Dieses Segment wird aber auch künftig eine zentrale Säule unseres Geschäftsmodells bleiben.” Auch eine erneute Verschärfung der Staatsschuldenkrise in Europa könne laut Dunkel zu neuen Volatilitäten an den Finanzmärkten führen. „Was uns aber zuversichtlich stimmt, sind die operativen Erfolge in nahezu allen Geschäftsfeldern sowie die Robustheit und Krisenresistenz unseres Geschäftsmodells. Deshalb gehen wir davon aus, im Jahr 2013 ein verbessertes Ergebnis zu erzielen.”


Den NORD/LB Geschäftsbericht 2012 finden Sie hier:
>NORD/LB Berichte


PDF-Download:
>Geschäftsergebnis und Bilanzdaten 2012 (PDF, 38 KB)
>Präsentation zur Bilanzpressekonferenz 2013 (PDF, 338 KB)

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30159 Hannover


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