28.11.2013

NORD/LB trotz Schiffskrise mit Gewinn

  • Neun-Monats-Ergebnis beläuft sich auf 108 Mio. Euro
  • Sicherheitspuffer in der Schiffsfinanzierung weiter gestärkt
  • Kernkapitalquote steigt auf 11,3 Prozent

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 ein Ergebnis vor Steuern von 108 Mio. Euro erzielt. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 112 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten des Vorjahres lag das Ergebnis vor Steuern bei 209 Mio. Euro, das Konzernergebnis nach Steuern betrug 141 Mio. Euro.

„Angesichts des schwierigen Umfelds und der anhaltenden Krise an den Schifffahrtsmärkten ist dies ein zufriedenstellendes Ergebnis“, sagte Dr. Gunter Dunkel, Vorstandsvorsitzender der NORD/LB. „Obwohl die Anzeichen für eine allmähliche Besserung der Lage an den Schifffahrtsmärkten langsam zunehmen, bleiben wir bei unserer bewährten konservativen Risikostrategie. Wir haben daher erneut in hohem Umfang Vorsorge für mögliche Kreditausfälle in diesem Segment getroffen. Das Neun-Monats-Ergebnis belegt erneut die Robustheit unseres Geschäftsmodells. Mit den sehr guten Ergebnissen in vielen anderen Geschäftsfeldern, insbesondere im Firmenkundengeschäft, bei den Erneuerbaren Energien sowie im Segment Immobilienkunden können wir die Auswirkungen der Schiffskrise überkompensieren.“

Das Zinsergebnis, das in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung des NORD/LB Konzerns die bei weitem größte Position darstellt, blieb mit 1.476 Mio. Euro trotz weiter zurückgeführter Bilanzsumme annähernd stabil (Vorjahreszeitraum: 1.503 Mio. Euro). Bei einem anhaltend niedrigen Zinsniveau sind sowohl die Zinserträge als auch die Zinsaufwendungen im Vorjahresvergleich zurückgegangen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wurde deutlich aufgestockt und stieg von 352 Mio. Euro auf 642 Mio. Euro. Wie in den Vorquartalen entfällt sie weiterhin hauptsächlich auf den Bereich Schiffsfinanzierungen. Während für Einzelwertberichtigungen per Saldo 534 Mio. Euro aufgewendet wurden, entfielen auf Portfoliowertberichtigungen 71 Mio. Euro.

Der Provisionsüberschuss lag bei 124 Mio. Euro (125 Mio. Euro). Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten einschließlich Hedge Accounting belief sich auf 54 Mio. Euro (minus 114 Mio. Euro). Positive Effekte ergaben sich aus der Wertentwicklung von Währungsderivaten, die zur Absicherung von Wechselkursrisiken aus Kreditgeschäften vor allem in der Schiffs- und Flugzeugfinanzierung eingesetzt werden.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen stellt sich mit 2 Mio. Euro nahezu ausgeglichen dar (minus 11 Mio. Euro). Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen, das im Vorjahreszeitraum (minus 15 Mio. Euro) noch durch Abschreibungen auf eine Beteiligung belastet war, lag bei 24 Mio. Euro. Das Sonstige betriebliche Ergebnis, das eine Rückstellung für die Bankenabgabe für das Gesamtjahr 2013 umfasst, lag bei minus 21 Mio. Euro (minus 68 Mio. Euro).

Der leichte Anstieg des Verwaltungsaufwands um 3 Prozent auf 852 Mio. Euro (824 Mio. Euro) ist überwiegend auf höhere Sachkosten zurückzuführen, die im Zuge von Projekten zur Erfüllung neuer aufsichts- und bilanzrechtlicher Vorgaben sowie durch Investitionen in die IT-Infrastruktur entstanden sind.

Bilanzsumme wird zurückgeführt, Kapitalquoten steigen weiter an

Damit beläuft sich das Ergebnis des NORD/LB Konzerns vor Umstrukturierung und Steuern auf 165 Mio. Euro (244 Mio. Euro). Das Umstrukturierungsergebnis in Höhe von minus 57 Mio. Euro (minus 35 Mio. Euro) umfasst  Aufwendungen für Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Kapitalstärkungsprogramm mit der EU-Kommission vereinbart wurden.

Die Bilanzsumme des NORD/LB Konzerns wurde weiter zurückgeführt und sank gegenüber dem Jahresultimo 2012 um 9 Prozent auf 204,7 Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote erhöhte sich auf 11,3 Prozent (31.12.2012: 10,9 Prozent), die aufsichtsrechtliche Eigenkapitalquote auf 14,2 Prozent (13,8 Prozent).

Im Hinblick auf die bevorstehende umfassende Bilanzprüfung durch die Europäische Zentralbank sagte Dunkel: „Wir haben in den vergangenen Jahren die Substanz der Bank weiter gestärkt. Mit unserem erfolgreich umgesetzten Kapitalstärkungsprogramm und der aufgebauten Risikovorsorge sehen wir uns für die anstehenden Prüfungen gut gerüstet.“

Die Aufschlüsselung nach einzelnen Geschäftsfeldern zeigt, dass die Bereiche Firmenkunden und Markets, Energie und Infrastrukturkunden sowie  Immobilienkunden jeweils Beiträge von über 100 Mio. Euro zum Gesamtergebnis des Konzerns beigesteuert haben. Im Firmenkundengeschäft konnte die NORD/LB trotz eines sich verschärfenden Wettbewerbs ihre Position nicht nur innerhalb ihrer norddeutschen Kernregion weiter ausbauen.

Die positive Ergebnisentwicklung im Segment Immobilienkunden ist maßgeblich auf die erfolgreiche Neuaufstellung der Konzerntochter Deutsche Hypo im vergangenen Jahr zurückzuführen. Dabei hat sich auch die eingeleitete stärkere Fokussierung auf den Kernmarkt Deutschland und ausgewählte europäische Immobilienmärkte ausgezahlt.

Der Bereich Flugzeugfinanzierungen weist eine sehr gute Ertragsentwicklung bei entspannter Risikolage auf. Hierbei profitierte die Bank auch von positiven Entwicklungen in einigen Segmenten des Luftfrachtmarktes. Auch im Segment Erneuerbare Energien konnten in den Kernmärkten in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zahlreiche Geschäftsabschlüsse getätigt werden, wobei der Finanzierungsschwerpunkt weiterhin im Bereich Windkraft liegt. Ungeachtet der Diskussionen um eine seit längerem erwartete Anpassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in Deutschland zeichnet sich auch für das kommende Jahr eine rege Geschäftstätigkeit ab.

Investoren an langfristigen Assets interessiert

„Unsere Kunden schätzen die Stabilität und Zuverlässigkeit der NORD/LB“, sagte Dunkel. „Aber auch Investoren honorieren die Ausgewogenheit unseres Geschäftsmodells, das auf Portfolien in Assetklassen mit gegenläufigen Zyklen basiert. So konnte die NORD/LB zuletzt mit der Neuauflage ihres Öffentlichen US-Dollar-Pfandbriefs auch institutionelle Investoren aus den USA überzeugen.“ Das Volumen des Anfang November emittierten Pfandbriefs lag bei 1 Milliarde US-Dollar, die Emission war 2,5-fach überzeichnet. Bereits im Vorjahr hatte die NORD/LB mit ihrem ersten Öffentlichen US-Dollar-Pfandbrief in gleicher Größenordnung dieses Emissionssegment wiederbelebt.

„Das Interesse institutioneller Investoren an unseren Assets ist sehr hoch. Wir wollen daher Investoren, die ein Engagement  in langfristigen Kreditforderungen suchen, verstärkt die Möglichkeit geben, von unserer Kompetenz in der Finanzierung dieser Assets zu profitieren, und entwickeln derzeit entsprechende Angebote.“

Hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung äußerte sich Dunkel mit gedämpftem Optimismus: „Trotz leichter Besserungstendenzen werden wir noch bis weit in das nächste Jahr hinein mit den Auswirkungen der Schifffahrtskrise zu tun haben. Diese Belastungen können wir aber verkraften, weil wir in den anderen Spezialfinanzierungsbereichen, im Firmenkundengeschäft, aber auch im Retailbereich starke Ergebnisse erzielen. Wir halten daher an unserem Ziel fest, im gesamten Geschäftsjahr 2013 den Gewinn des Vorjahres zu übertreffen“, so Dunkel.


Den Zwischenbericht zum 30. September 2013 finden Sie hier:
>NORD/LB Berichte


PDF-Download:
>Datenblatt Konzernabschluss für das dritte Quartal 2013 (PDF, 46 KB)

Ansprechpartner

NORD/LB Medien und Kommunikation
Friedrichswall 10
30159 Hannover


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