24.11.2016

NORD/LB stockt Risikovorsorge für Schiffsfinanzierungen deutlich auf

  • Negativergebnis von 624 Mio. Euro in den ersten neun Monaten
  • Bank reagiert auf nochmalige Verschärfung der Schiffskrise und erhöht Abdeckung für Risiken in der Schiffsfinanzierung
  • Alle anderen Geschäftsfelder profitabel
  • Kapitalquoten bleiben auf hohem Niveau
  • NORD/LB strebt bereits für 2017 wieder deutlichen Gewinn an

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2016 mit einem Konzernergebnis vor Steuern von minus 624 Mio. Euro abgeschlossen. Nach Steuern belief sich das Konzernergebnis auf minus 736 Mio. Euro. Ausschlaggebend für die Ergebnisentwicklung war eine nochmalige Aufstockung der Risikovorsorge für die Schiffsfinanzierung. Hiermit reagiert die Bank auf die erneute Verschärfung der globalen Schiffskrise im Laufe dieses Jahres sowie die Herabsetzung der Prognosen aller relevanten Institute. Ein überproportional hoher Anteil der Risikovorsorge entfällt dabei auf Schiffsfinanzierungen der Bremer Landesbank (BLB). Die BLB wird zum Jahreswechsel eine hundertprozentige Tochter der NORD/LB, ihre Ergebnisse sind aber bereits jetzt (wie auch in den Vorjahren) vollständig in den Konzernzahlen enthalten.

Auch im vierten Quartal rechnet die NORD/LB mit einer überdurch-schnittlich hohen Risikovorsorge. Aus heutiger Sicht dürfte sich die Risikovorsorge für das Gesamtjahr 2016 auf deutlich über 2 Mrd. Euro belaufen. Das Jahresergebnis wird damit nach gegenwärtiger Einschätzung bei einem Verlust von über 1 Mrd. Euro liegen. Mit den Risikovorsorgemaßnahmen erhöht die NORD/LB nochmals und sehr deutlich die Abdeckung für Risiken aus der Schiffsfinanzierung. Sie legt damit die Grundlagen für den weiteren Abbau des Schiffsfinanzierungsportfolios sowie eine positive Ergebnisentwicklung in den Jahren ab 2017.

Bereits im Frühjahr 2016 hatte die NORD/LB die strategische Entscheidung getroffen, ihr Schiffsfinanzierungsportfolio von damals 19 Mrd. Euro deutlich zu reduzieren. Bis Jahresende 2018 soll es auf eine Zielgröße von 12 bis 14 Mrd. Euro reduziert werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Steigerung der Portfolioqualität. In den ersten drei Quartalen 2016 konnte das Portfolio bereits um knapp zwei Mrd. Euro abgebaut werden. Weitere Maßnahmen zum Portfolioabbau sind in Vorbereitung, darunter eine Großtransaktion mit der Investmentgesellschaft KKR und einem ausländischen Staatsfonds. Insgesamt rechnet die NORD/LB damit, das Schiffsfinanzierungsportfolio bis Jahresende 2016 auf eine Höhe von rund 16 Mrd. Euro zu reduzieren.

„Die NORD/LB kann die Herausforderungen aus eigener Kraft meistern“, sagte der Vorstandsvorsitzende der NORD/LB, Dr. Gunter Dunkel. „Wir haben in den Vorjahren erhebliche Kapitalpolster aufgebaut, wir haben die Ertragskraft der Bank gestärkt sowie ein striktes Kostenmanagement eingeführt. All dies gibt der Bank die Stärke, dieses Ergebnis zu verarbeiten. Unsere Kapitalquoten bleiben auf einem hohen Niveau und haben ausreichende Puffer, um sämtliche aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu erfüllen. Dies gilt auch nach der Verarbeitung des Negativergebnisses für das Gesamtjahr 2016 und auch nach der vollständigen Übernahme der Bremer Landesbank. Der diesjährige EBA-Stresstest hat zudem gezeigt, dass die NORD/LB selbst in einem extremen Krisenszenario ausreichend kapitalisiert ist.“

Mit Ausnahme der Schiffsfinanzierung waren alle Geschäftsbereiche der NORD/LB in den ersten drei Quartalen 2016 weiterhin sehr profitabel. In den Geschäftsfeldern außerhalb der Schiffsfinanzierung ist die Risikosituation nach wie vor entspannt. „Die breite Diversifizierung unseres Geschäftsmodells bleibt eine Stärke der NORD/LB“, so Dunkel.

Gewinn- und Verlustrechnung für die ersten neun Monate 2016

Der Zinsüberschuss betrug in den ersten drei Quartalen konzernweit  1.357 Mio. Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum lag er bei 1.494 Mio. Euro. Der Rückgang ist zum einen auf das weiterhin niedrige Zinsniveau an den Geld- und Kapitalmärkten zurückzuführen. Darüber hinaus  war das Vorjahresergebnis noch durch Sondererträge aus Vorfälligkeitsentschädigungen im Immobiliengeschäft überzeichnet, die im laufenden Jahr weggefallen sind. Die Nettozuführungen zur Risikovorsorge im Kreditgeschäft stiegen deutlich auf 1.651 Mio. Euro (367 Mio. Euro) und entfallen weiterhin in überwiegendem Maße auf Einzelwertberichtigungen im Schiffsportfolio.

Der Provisionsüberschuss stieg leicht auf 164 Mio. Euro (163 Mio. Euro). Das Fair-Value-Ergebnis (einschließlich Hedge Accounting) erhöhte sich auf 354 Mio. Euro (175 Mio. Euro), das Ergebnis aus Finanzanlagen stieg auf 61 Mio. Euro (56 Mio. Euro). Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen lag bei minus 18 Mio. Euro (6 Mio. Euro).

Der Verwaltungsaufwand betrug in den ersten neun Monaten des Jahres 835 Mio. Euro (815 Mio. Euro). Dabei konnten die Personalkosten infolge eines Effizienzsteigerungsprogramms trotz Tariferhöhungen um 18 Mio. Euro gesenkt werden. Gleichzeitig erhöhten sich die Aufwendungen für die IT-Infrastruktur um 32 Mio. Euro. Das sonstige betriebliche Ergebnis betrug minus 47 Mio. Euro (minus 77 Mio. Euro). Darin enthalten sind 55 Mio. Euro für die EU-Bankenabgabe. Die Ertragsteuern gemäß IFRS betrugen in den ersten neun Monaten des Berichtsjahres 112 Mio. Euro (91 Mio. Euro).

Die Cost-Income-Ratio lag in den ersten drei Quartalen 2016 bei 46,1 Prozent (46,3 Prozent), der Return-on-Equity betrug minus 10,4 Prozent (11,5 Prozent).

Die NORD/LB konnte ihre starke Markstellung in den einzelnen Geschäftsfeldern in den ersten neun Monaten des Jahres weiter ausbauen. Im Firmenkundengeschäft konnten trotz zunehmenden Margendrucks höhere Erträge erzielt werden. Ihre hohe Expertise in der Flugzeugfinanzierung ermöglichte es der NORD/LB, in diesem Segment komplexere Strukturen für ihre langjährigen Kunden zu finanzieren. Im Segment Immobilienkunden liegen Ergebnis und Neugeschäftsvolumen für die ersten neun Monate auf Vorjahresniveau, während die operativen Erträge im Energie- und Infrastrukturbereich über Vorjahresniveau liegen. Besonders hervorzuheben ist hier eine gemeinsam mit einem  institutionellen Investor durchgeführte Solarpark-Finanzierung in Brandenburg. Im Kapitalmarktgeschäft konnte die NORD/LB ihre Position als Arranger im Covered-Bond-Bereich weiter ausbauen. Im Fokus des Segments Privat- und Geschäftskunden stand die Weiterentwicklung des Geschäftsmodells in Richtung Digitalisierung.

Die Bilanzsumme lag per 30.09.2016 bei 177,7 Mrd. Euro und konnte damit weiter zurückgeführt werden (Jahresultimo 2015: 181,0 Mrd. Euro). Der Gesamtrisikobetrag (früher: risikogewichtete Aktiva) lag bei 63,9 Mrd. Euro (63,7 Mrd. Euro).

Die harte Kernkapitalquote (Common equity tier 1 capital ratio) des NORD/LB Konzerns lag per 30.09.2016 bei 12,2 Prozent (Jahresultimo 2015: 13,1 Prozent). Die Gesamtkapitalquote (Total capital ratio) lag bei 16,6 Prozent (16,7 Prozent). Die Leverage Ratio ging leicht auf 4,2 Prozent (4,3 Prozent) zurück.

Ausblick

„Aus Vorsichtsgründen planen wir auch für die Folgejahre mit einer erhöhten Risikovorsorge für die Schiffsfinanzierungen“, so Dunkel. „Wir streben dabei an, bereits 2017 und auch in den Folgejahren wieder einen deutlichen Gewinn zu erzielen. Diese Zielsetzung fußt auf der starken Marktstellung der Bank in ihren Hauptgeschäftsfeldern. Auch die Kapitalquoten werden auf einem hohen Niveau bleiben.“


PDF-Download:
>Datenblatt Konzernabschluss Q3 2016 (PDF, 126 KB)


Kontakt:
Dr. Thomas Klodt
Fon: +49 (0) 511 361-2758
>E-Mail senden


Über die NORD/LB
Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank gehört mit einer Bilanzsumme von 178 Mrd. EUR zu den führenden deutschen Geschäftsbanken. Zu den Kerngeschäftsfeldern zählen Strukturierte Finanzierungen im Energie- und Infrastruktursektor, die Schiffs- und Flugzeugfinanzierung, das Firmenkundengeschäft, die gewerbliche Immobilienfinanzierung, das Kapitalmarktgeschäft sowie Privat-und Geschäftskunden. Die Bank hat ihren Sitz in Hannover, Braunschweig und Magdeburg sowie Niederlassungen in Düsseldorf, Hamburg, München, Schwerin und Stuttgart. Außerhalb Deutschlands ist die NORD/LB mit einer Pfandbriefbank (NORD/LB Covered Bond Bank) in Luxemburg sowie mit Niederlassungen in London, New York, Singapur und Shanghai vertreten.

Ansprechpartner

NORD/LB Medien und Kommunikation
Friedrichswall 10
30159 Hannover


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