23.04.2012

NORD/LB stellt Studie zur Wissensökonomie in Sachsen-Anhalt vor

Wissensintensive Wirtschaftszweige gewinnen an Bedeutung

Sachsen-Anhalt befindet sich im Strukturwandel zu einer wissensbasierten Ökonomie. Während sich die wissensintensiven Bereiche des Verarbeitenden Gewerbes in Sachsen-Anhalt besonders positiv entwickelten, bestehen bei der betrieblichen Forschung und Entwicklung sowie bei der Qualifizierung der Arbeitnehmer weitere Verbesserungsmöglichkeiten. Dies zeigt eine aktuelle Studie der NORD/LB Landesbank für Sachsen-Anhalt, die am Montag in Magdeburg vorgestellt wurde.

"Wie die meisten Regionen in Europa befindet sich auch Sachsen-Anhalt im Strukturwandel hin zu einer wissensbasierten Ökonomie", erläuterte Torsten Windels, Chefvolkswirt der NORD/LB. "Wissensintensive Branchen mit einem hohen Anteil Hochqualifizierter und überdurchschnittlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung entwickeln sich deutlich dynamischer als nicht-wissensintensive Branchen. Das ist auch in Sachsen-Anhalt so und gilt hier vor allem für das Verarbeitende Gewerbe."

Eine Branche wird als wissensintensiv bezeichnet, wenn sie einen bestimmten Anteil hochqualifizierten Personals, einen hohen Anteil von Beschäftigten mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben sowie überdurchschnittlich hohe Forschungsausgaben aufweist. Hierzu zählen beispielsweise die Chemie- und Pharmaindustrie sowie der Maschinenbau. Es sei in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahrzehnt gelungen, so Windels, bestehende traditionelle Industriekerne des Bundeslandes zu erhalten, auszubauen und wissensökonomisch aufzuwerten. Gleichzeitig seien neue hochinnovative und wissensorientierte Branchen wie die Biotechnologie, Energietechnik und Automotive aufgebaut worden.

Die wissensintensiven, unternehmensnahen Dienstleistungen konzentrierten sich vor allem auf die Zentren des Landes (Halle, Magdeburg, Dessau-Roßlau). Da gerade diese Dienstleistungen wichtige Funktionen der kreativen Informations- und Wissensverarbeitung und -aufbereitung übernehmen, seien der weitere Aufbau in den Zentren und deren überregionale Vernetzung untereinander und mit anderen Branchen fortzusetzen.

Als besondere Stärke Sachsen-Anhalts stellt die Studie das dichte und flächendeckende Netz an Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Bildungseinrichtungen heraus. Hiermit sei eine erfolgreiche Weiterentwicklung und Profilierung Sachsen-Anhalts auf dem Weg in die Wissensökonomie möglich.

Verbesserungspotenziale sieht die Studie in den Bereichen betriebliche Forschung und Entwicklung sowie Qualifizierung. "Die Wirtschaft Sachsen-Anhalts hat in der Forschungsintensität zwar aufgeholt, sie liegt aber immer noch unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt", sagte Windels.

Handlungsfelder zur Gestaltung des Strukturwandels

Aufbauend auf den Analysen stellt die vorgelegte Studie vier Handlungsfelder vor, um den Strukturwandel Sachsen-Anhalts hin zu einer wissensbasierten Ökonomie aktiv zu gestalten: Fachkräfteausbildung, -sicherung und bindung, Fokussierung auf wissensintensive Wirtschaftsbereiche, Förderung der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft sowie Stärkung der Wissensbasis von KMU.

"Insgesamt bestehen für Sachsen-Anhalt solide Ansätze und gute Voraussetzungen, sich unter den Anforderungen einer wissensbasierten Wirtschaft erfolgreich weiterzuentwickeln", sagte NORD/LB Vorstandsmitglied Dr. Hinrich Holm. "Als regional verwurzelte Bank werden wir den Übergang der Wirtschaft in die Wissensökonomie in Sachsen-Anhalt aktiv begleiten."

Prof. Dr. Birgitta Wolff, Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, betonte: "Die Ergebnisse der Studie bestätigen unsere Strategie, Wissenschaft und Wirtschaft enger zu verzahnen. Damit Sachsen-Anhalts Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt, muss es uns gelingen, das im Land und insbesondere an den Hochschulen vorhandene Wissen stärker in neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen umzumünzen sowie die Innovationsfähigkeit und -bereitschaft der heimischen Unternehmen weiter zu steigern."


Studie Print-Version:
>Studie bestellen

PDF-Download:
>Wissensökonomie in Sachsen-Anhalt April 2012 (PDF, 3,4 MB)


Kontakt:
Daniel Schrödl,
Fon: +49 (0) 511 361-4077
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Friedrichswall 10
30159 Hannover


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