30.08.2018

NORD/LB schließt erstes Halbjahr mit Gewinn ab

  • Bürkle: „Wollen Bank profitabler machen, prüfen verschiedene Kapitalisierungsmodelle“

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat im ersten Halbjahr 2018 ein Ergebnis vor Steuern und Restrukturierungsaufwand von 68 Mio. Euro erzielt. Im Vorjahr war das entsprechende Halbjahresergebnis noch durch Sondererträge im Wertpapierbereich geprägt und hatte bei 468 Mio. Euro gelegen. Ein Vergleich mit den Vorjahreszahlen ist aufgrund der Einführung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 allerdings nur eingeschränkt möglich.

„Die Rahmenbedingungen, in denen wir uns bewegen, sind weiterhin sehr herausfordernd. Vor diesem Hintergrund ist dies ein akzeptables Ergebnis. Unser Anspruchsniveau ist aber natürlich deutlich höher. Mit unserem Transformationsprogramm One Bank arbeiten wir konsequent daran, die Bank profitabler zu machen“, sagte Thomas Bürkle, Vorstandsvorsitzender der NORD/LB.

„Auch die Arbeiten zur Stärkung unserer Kapitalquoten schreiten voran. Wir sondieren verschiedene Kapitalisierungsmodelle und tauschen uns hierzu eng mit der EU-Kommission sowie der Bankenaufsicht aus. Zu den Handlungsoptionen, die wir prüfen, zählen unter anderem auch eine eventuelle Beteiligung externer Investoren sowie ein möglicher Wechsel der Rechtsform. Auch erste Sondierungsgespräche mit potentiellen Investoren sind angelaufen, um Markterwartungen auszutesten. Bis Jahresende wollen wir hierzu gemeinsam mit unseren Trägern ein umfassendes und tragfähiges Konzept vorlegen.“

Zugleich arbeitet die Bank weiter daran, ihr NPL-Portfolio zurückzuführen. Die pro­blem­behafteten Kredite im Schiffsfinanzierungsportfolio konnten auf 7,7 Mrd. Euro reduziert werden (30. Juni 2017: 9,1 Mrd. Euro). Die NORD/LB hatte angekündigt, diesen Anteil bis spätestens Ende 2019 auf unter 5 Mrd. Euro abzubauen. Seit Jahresende 2015 wurde das gesamte Schiffsfinanzierungsportfolio der Bank bereits um 7,5 Mrd. Euro reduziert. Die gemäß IFRS 9 berechnete NPL-Quote, bezogen auf das Gesamtexposure der Bank, sank per 30. Juni 2018 auf 4,0 Prozent. Zur Jahresmitte 2017 hatte sie noch 5,5 Prozent betragen.

Gewinn- und Verlustrechnung für das erste Halbjahr 2018

Erstmals legt die NORD/LB ein Halbjahresergebnis auf Basis des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 9 vor, der den bisherigen Standard IAS 39 ablöst und seit Jahresbeginn verbindlich angewendet werden muss. Aufgrund neuer Klassifizierungen und geänderter Bewertungsvorschriften ist der Vergleich mit den Vorjahreszahlen daher nur eingeschränkt möglich. Laut IFRS 9 lag der Zinsüberschuss in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres bei 618 Mio. Euro (Vergleichswert für das 1. Halbjahr 2017, IAS 39: 731 Mio. Euro). Das im Vorjahresvergleich geringere Zinsergebnis ist dabei maßgeblich auf den Bilanzsummenabbau der vergangenen Jahre, insbesondere die deutliche Rückführung des Schiffsfinanzierungsportfolios, zurückzuführen.

Das Risikovorsorgeergebnis, das im Vorjahr noch bei minus 437 Mio. Euro gelegen hatte, sank deutlich auf minus 31 Mio. Euro. Wie angekündigt rechnet die Bank auch für den weiteren Jahresverlauf mit der Bildung neuer Risikovorsorge.

Der Provisionsüberschuss belief sich im ersten Halbjahr 2018 auf 28 Mio. Euro (68 Mio. Euro). Ergebnisbelastend wirkten sich hier Provisionsaufwendungen für Verbriefungstransaktionen zur Kapitalquotenstärkung aus. Das Fair-Value-Ergebnis (einschließlich Hedge Accounting) lag bei minus 48 Mio. Euro (206 Mio. Euro).

Die im Zuge der Einführung von IFRS 9 neu gebildete Position Abgangsergebnis aus nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten belief sich auf 30 Mio. Euro. Der entsprechende Vorjahreswert von 451 Mio. Euro war stark durch Sondereffekte im Wertpapiergeschäft begünstigt.

Der Verwaltungsaufwand ging im Vorjahresvergleich um 10 Prozent auf 531 Mio. Euro (588 Mio. Euro) zurück. Hier zeigen sich erste Erfolge des Transformationsprogramms One Bank. Das Sonstige betriebliche Ergebnis lag bei minus 20 Mio. Euro (8 Mio. Euro) und umfasst auch Aufwendungen für die Bankenabgabe in Höhe von 56 Mio. Euro. Die Aufwendungen für Restrukturierungen bzw. Reorganisation beliefen sich im ersten Halbjahr auf zusammen minus 16 Mio. Euro (minus 17 Mio. Euro). Die nach IFRS berechneten Ertragsteuern weisen aufgrund der Auflösung von Steuerrückstellungen einen positiven Wert von 2 Mio. Euro aus (minus 149 Mio. Euro).

Die Bilanzsumme des NORD/LB Konzerns wurde abermals zurückgeführt und lag per 30. Juni 2018 bei 158,7 Mrd. Euro (Jahresultimo 2017: 163,8 Mrd. Euro). Die Risikoaktiva beliefen sich auf 46,1 Mrd. Euro (46,8 Mrd. Euro).

Die harte Kernkapitalquote (CET 1 Capital Ratio) lag am 30.06.2018 bei 12,4 Prozent (Jahresultimo 2017: 12,4 Prozent, angepasster Wert). Die Gesamtkapitalquote erhöhte sich von 18,1 auf 18,7 Prozent.

„Für das Geschäftsjahr 2018 streben wir zwar weiterhin einen positiven Abschluss an“, sagte Thomas Bürkle. „Priorität haben allerdings Maßnahmen zum konsequenten Abbau des NPL-Portfolios sowie zur weiteren Stärkung der Kapitalquoten, auch um uns auf künftige regulatorische Anforderungen vorzubereiten. Diese Maßnahmen können sich unter Umständen ergebnisbelastend auswirken. Eine verlässliche Prognose zum Jahresergebnis ist daher in diesem Stadium des Jahres und in dem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld nicht möglich.“


PDF-Download:
>Datenblatt Konzernabschluss Q2 2018 (PDF, 132 KB)


Über die NORD/LB
Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank gehört mit einer Bilanzsumme von 159 Mrd. Euro zu den führenden deutschen Geschäftsbanken. Zu den Kerngeschäftsfeldern zählen Strukturierte Finanzierungen im Energie- und Infrastruktursektor, die Schiffs- und Flugzeugfinanzierung, das Firmenkundengeschäft, die gewerbliche Immobilienfinanzierung, das Kapitalmarktgeschäft sowie Privat-und Geschäftskunden einschließlich Private Banking. Die Bank hat ihren Sitz in Hannover, Braunschweig und Magdeburg. Die NORD/LB verfügt zudem über Niederlassungen in Bremen, Oldenburg, Hamburg, Schwerin, Düsseldorf, München, und Stuttgart. Außerhalb Deutschlands ist die NORD/LB mit einer Pfandbriefbank (NORD/LB Covered Bond Bank) in Luxemburg sowie mit Niederlassungen in London, New York, Singapur und Shanghai vertreten.

Ansprechpartner

NORD/LB Medien und Kommunikation
Friedrichswall 10
30159 Hannover


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