07.04.2016

NORD/LB mit Geschäftsergebnis für 2015 zufrieden

  • Vorsteuerergebnis steigt auf 653 Mio. Euro, harte Kernkapitalquote erreicht 13,1 Prozent
  • Return-on-Equity beläuft sich auf 8,7 Prozent bei leicht gesunkenen Kosten und gestiegener Risikovorsorge für Schiffe
  • Weiterentwicklung des Geschäftsmodells macht Fortschritte

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat im Geschäftsjähr 2015 ein Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 653 Mio. Euro erzielt. Damit hat sie das Vorjahresergebnis (276 Mio. Euro) mehr als verdoppelt. Gleiches gilt für das Nachsteuerergebnis, das sich auf 518 Mio. Euro belief (Vorjahr: 205 Mio. Euro).

„Wir sind mit diesem Ergebnis zufrieden, insbesondere wenn man bedenkt, dass wir im Jahresverlauf durch eine Verschärfung der Schiffskrise noch einmal starken Gegenwind bekommen haben“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der NORD/LB, Dr. Gunter Dunkel. „Unser Geschäftsmodell ist aber robust genug, dass die neuerlichen Herausforderungen auf den Schiffsmärkten durch die Entwicklung in unseren anderen Geschäftsfeldern mehr als aufgefangen werden konnten. Dieses Geschäftsmodell entwickeln wir konsequent weiter.“

Neben der positiven Geschäftsentwicklung hätten außerdem Einmaleffekte und positive Marktentwicklungen in einer Größenordnung von insgesamt rund 200 Mio. Euro das Ergebnis erhöht. Hierbei wirkten sich beispielsweise Beteiligungsverkäufe, Vorfälligkeitsentschädigungen im Immobiliengeschäft und Zinskurven-Effekte im Hedge Accounting aus. Dadurch sei der „grundsätzlich positive Trend des Jahres verstärkt“ worden, so Dunkel.

Unabhängig davon sei das Geschäftsergebnis ein Beleg dafür, „dass wir mit der Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells gute Fortschritte machen“, betonte Dunkel. Auch beim gezielten Abbau der Bilanzsumme und der Risikoaktiva sei die NORD/LB auf Kurs, ebenso bei der Stärkung ihrer Kapitalquoten und der Verringerung ihrer Kosten.


Zinsüberschuss trotz Bilanzsummen-Reduktion stabil, Provisionsüberschuss und Fair-Value-Ergebnis legen zu

Trotz des anhaltend niedrigen Zinsniveaus blieb der Zinsüberschuss bei 1.974 Mio. Euro (Vorjahreswert: 1.985 Mio. Euro) stabil. „Vor dem Hintergrund, dass wir im vergangenen Jahr unsere Bilanzsumme gezielt um 16,6 Mrd. Euro gesenkt haben, ist dies ein ausgesprochen guter Wert“, betonte Dunkel. Die Nettozuführungen zur Risikovorsorge im Kreditgeschäft gingen auf 698 Mio. Euro (735 Mio. Euro) zurück und sind im Wesentlichen auf die im zweiten Halbjahr nochmals verschärfte Schiffskrise zurückzuführen. Während sich die Nettozuführungen zu den Einzelwertberichtigungen auf 726 Mio. Euro beliefen, konnten bei den Portfoliowertberichtigungen Nettoauflösungen in Höhe von 67 Mio. Euro vorgenommen werden. „Wir sind darauf vorbereitet, dass auch in den kommenden Quartalen weiterhin substantielle Risikovorsorge für Schiffe anfallen wird. Die Schiffskrise ist noch lange nicht ausgestanden“, so Dunkel.

Der Provisionsüberschuss legte deutlich auf 234 Mio. Euro (185 Mio. Euro) zu. Neben Erträgen aus dem Wertpapier-Konsortialgeschäft, aus der Kreditanbahnung und dem Vermittlungsgeschäft wirken sich hier beispielsweise auch Sondereffekte wie die Überleitung des Depotbankgeschäfts an die LBBW (16 Mio. Euro) aus.

Das Fair-Value-Ergebnis (einschließlich Hedge Accounting) stieg auf 280 Mio. Euro (130 Mio. Euro), wobei das gestiegene Euro-Zinsniveau zwar zu Bewertungsverlusten im Handelsergebnis, aber auch zu Bewertungserträgen führte, die sich positiv auf die Fair-Value-Option auswirkten. Das Auseinanderlaufen verschiedener Zinskurven führte zu einem deutlich gestiegenen Ergebnis aus dem Hedge Accounting. Das Ergebnis aus Finanzanlagen legte auf 72 Mio. Euro (minus 3 Mio. Euro) zu, was unter anderem auf Sondereffekte aus dem Verkauf zweier nichtstrategischer Beteiligungen zurückzuführen ist. Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen lag bei 8 Mio. Euro (minus 37 Mio. Euro).


Sinkende Kosten, steigende Kapitalquoten

Der Verwaltungsaufwand sank um 11 Mio. Euro auf 1.114 Mio. Euro (1.125 Mio. Euro). Dabei konnten Tariferhöhungen sowie zusätzliche Aufwendungen in Höhe von rund  25 Mio. Euro aus der ab 2015 bestehenden Beitragspflicht zur Sicherungsreserve der Landesbanken durch Einsparerfolge aus einem bereits 2011 gestarteten Effizienzsteigerungsprogramm überkompensiert werden.

Das sonstige betriebliche Ergebnis belief sich auf minus 97 Mio. Euro (minus 75 Mio. Euro). Hier sind Aufwendungen für die EU-Bankenabgabe in Höhe von rund 52 Mio. Euro enthalten. Das Umstrukturierungsergebnis belief sich auf minus 6 Mio. Euro (minus 48 Mio. Euro). Gemäß IFRS werden in der Gewinn- und Verlustrechnung zudem Ertragsteuern in Höhe von 135 Mio. Euro (71 Mio. Euro) abgebildet.

Die Cost-Income-Ratio hat im Vergleich zum Vorjahr auf 46,4 Prozent (51,4 Prozent) verbessert, der Return-on-Equity legte auf 8,7 Prozent (3,8 Prozent) zu.

Die Bilanzsumme konnte weiter zurückgeführt werden und lag zum Jahresende 2015 bei 181,0 Mrd. Euro (Jahresultimo 2014: 197,6 Mrd. Euro). Trotz dieser gezielten Reduktion um rund 8 Prozent konnte das Kreditgeschäft mit Kunden auf dem hohen Stand von 107,9 Mrd. Euro (108,2 Mrd. Euro) konstant gehalten werden. Der Gesamtrisikobetrag (früher: risikogewichtete Aktiva) nahm weiter ab und liegt nun bei 63,7  Mrd. Euro (69,2 Mrd. Euro).

Die harte Kernkapitalquote (Common equity tier 1 ratio) stieg auf 13,1  Prozent (10,7 Prozent) und die Gesamtkapitalquote (Total regulatory capital ratio) auf 16,7  Prozent (13,2 Prozent). Die Leverage Ratio verbesserte sich auf 4,3 Prozent (3,5 Prozent).


Ergebnisverbesserung in allen Geschäftsfeldern außerhalb der Schiffsfinanzierung

Während die Schiffsfinanzierung auch im Geschäftsjahr 2015 weiterhin durch die globale Schiffskrise belastet war, haben alle anderen Geschäftsfelder der Bank ihr Ergebnis verbessert. Im Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden konnte die Bank deutlich zulegen. Dabei beschränkte sie sich nicht nur auf ihr norddeutsches Kerngeschäftsgebiet. Mit Standorten in Düsseldorf, Stuttgart und München ist sie auch im übrigen Bundesgebiet aktiv. Auch die Bereiche Agrar-Banking und Wohnungswirtschaft, die dem Firmenkundensegment zugeordnet sind, haben sich in ihrem bundesweiten Geschäft positiv entwickelt.

Im Segment Energie und Infrastrukturkunden konzentriert sich die NORD/LB auf die Strukturierung und Arrangierung anspruchsvoller nationaler und internationaler Projektfinanzierungen. Die Bank konnte ihre Position als einer der führenden Finanzierer Erneuerbarer Energien in den Märkten Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Irland weiter ausbauen. Der im Vorjahr begonnene Markteintritt in Italien konnte durch mehrere erfolgreiche Finanzierungen im Bereich Solar- und Windenergie weiter ausgebaut werden. Zudem wurde mit dem Abschluss einer Windparkfinanzierung in Finnland ein neuer Markt erschlossen. Ein wichtiger Meilenstein im asiatischen Raum war die erfolgreiche Strukturierung und Finanzierung eines Solar-Projektes in Japan. In zahlreichen Transaktionen haben institutionelle Investoren Teile der Kreditrisiken übernommen.

In der Schiffsfinanzierung setzt die NORD/LB auf eine Transformation ihres Schiffsportfolios durch aktives Risikomanagement und eine gezielte Reduktion des Portfolios, wobei attraktive Neugeschäftsmöglichkeiten weiterhin wahrgenommen werden. Im durch die Krise betroffenen Bestandsgeschäft betreibt die Bank ein aktives Remarketing, um ausfallgefährdete Engagements wieder auf ein solides wirtschaftliches Fundament zu stellen. Mit dem im Februar 2016 gegründeten  Joint Venture Crystal Ocean Advisors stellt die Bank ihre Expertise gemeinsam mit der Offen Group und der Caplantic GmbH künftig auch anderen Marktteilnehmern zur Verfügung.

In der Flugzeugfinanzierung liegt der Schwerpunkt auf der objektbezogenen Finanzierung von Verkehrsflugzeugen namhafter Hersteller. Auch aufgrund ihrer guten Performance in vergangenen Zyklen stoßen Flugzeugfinanzierungen auf ein wachsendes Interesse bei Investoren. Hierauf reagiert die NORD/LB, indem sie zusätzlich zu ihrer Funktion als Kreditgeber verstärkt als Gestalter  von größeren Kreditfazilitäten auftritt. Vor diesem Hintergrund spielen  provisionsgetragene Beratungsservices eine zunehmende Rolle für die Flugzeugfinanzierungen der NORD/LB. Mit der ersten Hubschrauber-Finanzierung in der Geschichte der Bank hat sich die NORD/LB im vergangenen Jahr zudem eine neue Assetklasse erschlossen.

Im Segment Immobilienkunden,  das im NORD/LB Konzern in der 100-prozentigen Tochter Deutsche Hypothekenbank gebündelt ist, konnte eine Vielzahl von attraktiven Vertragsabschlüssen getätigt werden. Die beträchtliche Steigerung des Vorsteuerergebnisses auf 195 Mio. Euro war dabei auch die Folge von Nettoauflösungen in der Risikovorsorge. Bei Neufinanzierungen konnten zunehmend Risiken ausplatziert werden.

Ausschlaggebend für die positive Ergebnisentwicklung im Kapitalmarktgeschäft war das Kundengeschäft in klassischen Kapitalmarktprodukten sowie kapitalmarktnahen Produkten mit Institutionellen Kunden. Trotz des schwierigen Marktumfelds konnte die NORD/LB erneut ihre Platzierungskompetenz sowohl für Eigen- als auch für Fremd¬emissionen unter Beweis stellen. Im September 2015 emittierte die NORD/LB erfolgreich eine ungedeckte Euro-Benchmark-Anleihe mit dreijähriger Laufzeit am Markt. Als Arranger am deutschen Pfandbriefmarkt konnte die NORD/LB ihre Positionierung am Primärmarkt ausbauen und agierte unter den erfolgreichsten Emittenten.

Das Segment Privat- und Geschäftskunden wird maßgeblich durch die Braunschweigische Landessparkasse bestimmt, die ihr Vertriebs- und Filialnetz neu aufgestellt hat. Durch die Etablierung eines neuen Filialkonzepts konnte eine Stärkung der Beratungskompetenz durch eine Konzentration der Beratungskapazitäten erreicht werden. Mit der Gründung des Kunden-Service-Centers (Telefon-Filiale) sowie der Online-Filiale wurden zudem Kundenanforderungen nach einer stärkeren Digitalisierung und erweiterten Erreichbarkeit aufgegriffen.


Kredit-Asset-Management, Fintech-Joint-Venture, Asien-Strategie

Ein wesentlicher Eckpfeiler ihrer Strategie sei die Weiterentwicklung der NORD/LB zu einem innovativen Kredit-Asset-Manager, berichtete Dunkel. „Über maßgefertigte Produkte lassen wir mittlerweile institutionelle Anleger in unser Kreditgeschäft investieren oder an Kreditrisiken partizipieren. Damit schaffen wir neue, attraktive Möglichkeiten für Investoren und können zugleich unsere Kapitalbasis entlasten und stärken“, so Dunkel. Hier sei die Bank im vergangenen Jahr einen großen Schritt vorangekommen. So habe die Kreditportfolio-Transaktion „Northvest“ um 5,1 Mrd. Euro auf 14,7 Mrd. Euro aufgestockt und an institutionelle Anleger platziert werden können.

Auch der Herausforderung der Finanzindustrie durch die Digitalisierung stelle sich die NORD/LB, betonte Dunkel. Mit einem Joint Venture mit Dieter von Holtzbrinck Ventures stieg die Bank im vergangenen Jahr in die Förderung innovativer Fintech-Start-ups ein. „Uns geht es um einen smarten Umgang mit dieser Herausforderung. Wir wollen profitieren von neuen, guten Geschäftsmodellen – selbst, wenn sie nicht unsere eigenen sind“, so Dunkel.

Ihre Kompetenz in ausgewählten Kerngeschäftsfeldern stellt die NORD/LB ihren Kunden über ihre Standorte in Singapur und Shanghai verstärkt auch in Asien zur Verfügung. Die Niederlassung Singapur wurde als Kompetenzzentrum für das Kredit- und Finanzierungsgeschäft mit deutschen Firmenkunden, die in Asien tätig sind, weiter ausgebaut. Zudem wurde ein neues Team für die Flugzeugfinanzierung aufgebaut. Auch in der Schiffsfinanzierung und bei Projekten im Bereich der Erneuerbaren Energien ist die Bank in Singapur und Shanghai verstärkt tätig. „Die NORD/LB ist heute die führende deutsche Landesbank in Asien“, betonte Dunkel.

„Die NORD/LB hat im vergangenen Jahr das 250. Jubiläum ihres Bestehens gefeiert“, erklärte Dunkel. „Der Rückblick auf unsere Geschichte hat uns gezeigt, dass wir immer wieder unser Geschäftsmodell geschärft und neu auf die Zukunft ausgerichtet haben. Das ist auch heute noch unser Anspruch.“


Vorsichtiger Ausblick: konservative Ergebniserwartung

Für das Geschäftsjahr 2016 erlaubt sich die NORD/LB nur einen vorsichtigen Ausblick. „Dieses Jahr hält einige Herausforderungen bereit. Verschärfte regulatorische Vorgaben, eine zunehmende Wettbewerbsintensität, das anhaltend niedrige Zinsniveau und die zunehmende Digitalisierung des Finanzsektors werden uns weiter beschäftigen. Hinzu kommt die andauernde Schiffskrise, aufgrund derer wir auch im laufenden Jahr mit weiteren substantiellen Belastungen in der Risikovorsorge rechnen. Mit unserem Geschäftsmodell sind wir für diese Herausforderungen aber gut aufgestellt, Belastungen aus der Schiffskrise werden wir weiterhin durch die anderen Geschäftsfeldern abfedern können“, betonte Dunkel. „Wir wollen das Schiffsportfolio mit seinem derzeitigen Volumen von 19,0 Mrd. Euro durch Ausplatzierung von Risiken und gezielten Abbau auf künftig rund 12 bis 14 Mrd. Euro reduzieren. Dies wird nicht ohne zusätzliche Ertragsbelastungen möglich sein. Dennoch soll die Schiffsfinanzierung auch künftig ein wesentlicher Bestandteil unseres Geschäftsmodells bleiben.“

„Unsere Ergebniserwartung für das laufende Geschäftsjahr ist wie unsere Risikopolitik: ausgesprochen konservativ“, erklärte Dunkel. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2015 werde sich im laufenden Jahr nicht wiederholen lassen. „Zum einem lässt sich die weitere Entwicklung auf den Schiffsmärkten kaum prognostizieren, sicher ist nur: Es bleibt schwierig. Zum anderen können wir nicht darauf setzen, dass uns Einmaleffekte wieder so viel Rückenwind geben, wie sie dies im vergangenen Jahr getan haben. Wir gehen deshalb davon aus, dass unser Ergebnis für 2016 unter dem von 2015 liegen wird.“


PDF-Download:
>Datenblatt Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2015 (PDF, 121 KB)
>Präsentation zur Bilanzpressekonferenz 2015 (PDF, 979 KB)

Den Geschäftsbericht 2015 finden Sie hier:
>NORD/LB Berichte


Über die NORD/LB
Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank gehört mit einer Bilanzsumme von 181 Mrd. EUR zu den führenden deutschen Geschäftsbanken. Zu den Kerngeschäftsfeldern zählen Strukturierte Finanzierungen im Energie- und Infrastruktursektor, die Schiffs- und Flugzeugfinanzierung, das Firmenkundengeschäft, die gewerbliche Immobilienfinanzierung, das Kapitalmarktgeschäft sowie Privat-und Geschäftskunden. Die Bank hat ihren Sitz in Hannover, Braunschweig und Magdeburg sowie Niederlassungen in Düsseldorf, Hamburg, München, Schwerin und Stuttgart. Außerhalb Deutschlands ist die NORD/LB mit einer Pfandbriefbank (NORD/LB Covered Bond Bank) in Luxemburg sowie mit Niederlassungen in London, New York, Singapur und Shanghai vertreten.

Ansprechpartner

NORD/LB Medien und Kommunikation
Friedrichswall 10
30159 Hannover


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