19.04.2012

NORD/LB mit deutlichem Ergebniszuwachs in 2011

  • Gewinn nach Steuern steigt auf 536 Mio. Euro
  • Kapitalstärkung schreitet voran

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2011 deutlich gesteigert. Nach Steuern wurde im Konzern ein Ergebnis von 536 Mio. Euro (Vorjahr: 314 Mio.) erzielt. Der Vorsteuergewinn verbesserte sich auf 730 Mio. Euro (319 Mio.).

„Wir haben im vergangenen Jahr ein sehr ordentliches Ergebnis erzielt. In nahezu allen Geschäftsfeldern des Konzerns konnten wir unsere Erträge spürbar steigern, unser Geschäftsmodell trägt”, sagte der Vorstandsvorsitzende der NORD/LB, Dr. Gunter Dunkel. „Das Jahr 2011 war allerdings auch durch Einmaleffekte wie den Verkauf der DekaBank-Anteile und eine im Vorjahresvergleich relativ niedrige Risikovorsorge geprägt. Wir profitieren jetzt von unserer sehr konservativen Risikopolitik in den beiden Vorjahren. In den Jahren 2009 und 2010 haben wir Vorsorge für Kreditausfälle in Höhe von insgesamt 1,7 Mrd. Euro gebildet. Angesichts der konjunkturellen Erholung konnten viele Risikopuffer nun wieder aufgelöst werden.”

„Die Zahlen zeigen, dass wir eine solide aufgestellte Bank sind”, so Dunkel weiter. „In unseren traditionell starken Geschäftsbereichen wie der Schiffsfinanzierung schreiben wir auch in der aktuellen Krise schwarze Zahlen. Das Geschäft mit Firmenkunden und institutionellen Anlegern konnten wir deutlich ausbauen. Die Braunschweigische Landessparkasse hat ihre Marktanteile ausgeweitet. Auch im Bereich der Erneuerbaren Energien sowie bei Immobilien und Flugzeugen haben wir eine Reihe interessanter Projekte finanziert. Diese Segmente eröffnen uns vielversprechende Zukunftsperspektiven.”

Es zeichne sich allerdings ab, dass das laufende Jahr deutlich schwieriger werde. In Abhängigkeit von der konjunkturellen Entwicklung sei wieder mit höheren Risikokosten zu rechnen. Vor diesem Hintergrund sei das besondere Ergebnis aus 2011 voraussichtlich nicht zu wiederholen.

Risikovorsorge dank hoher Portfolioqualität spürbar zurückgeführt

Das Zinsergebnis konnte gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent gesteigert werden und erhöhte sich auf 1.763 Mio. Euro (1.662 Mio.). Hierin enthalten ist ein Sondereffekt durch den Verkauf der mittelbar gehaltenen Anteile an der DekaBank in Höhe von 64 Mio. Euro.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank um 437 Mio. Euro auf 205 Mio. Euro. Diese Entwicklung ist nicht die Folge eines Rückgangs bei den neu gebildeten Wertberichtungen. Vielmehr konnte ein Teil des in den beiden Vorjahren gebildeten Risikopuffers wieder aufgelöst werden. „Wir bleiben unserer traditionell konservativen Risikostrategie treu. Die wirtschaftliche Erholung bei unseren Kunden sowie die hohe Qualität unseres Portfolios führen gemäß den Mechanismen von IFRS aber zur Auflösung von Risikopuffern”, sagte Dunkel. „Wir bleiben weiterhin wachsam und vorsichtig, insbesondere im Hinblick auf unser Schiffsportfolio.”

Das Provisionsergebnis belief sich auf 166 Mio. Euro (197 Mio.), wobei der Vorjahreswert durch erhöhte Einnahmen aus der Umstrukturierung von Krediten begünstigt war. Das Handelsergebnis (Ergebnis aus zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten einschließlich Hedge Accounting) stabilisierte sich bei 69 Mio. Euro (115 Mio.) In einem weiterhin schwierigen Umfeld war die Entwicklung bei den einzelnen Ergebniskomponenten vor allem durch Marktbewegungen geprägt.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen ging auf -41 Mio. Euro (82 Mio.) zurück, vor allem aufgrund von Wertberichtigungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von 91 Mio. Euro. Gegenläufig wirkte sich der Verkauf der direkt gehaltenen Geschäftsanteile an der DekaBank aus, der mit 32 Mio. Euro positiv zu Buche schlug.

Während das Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen im Vorjahr ( 73 Mio. Euro) noch stark durch das Joint Venture DnB NORD belastet war, konnte 2011 ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden. Trotz hoher Investitionen in die IT-Infrastruktur und Bankprozesse konnten die Verwaltungsausgaben von 1.091 Mio. Euro (1.070 Mio.) annähernd konstant gehalten werden. Das Sonstige betriebliche Ergebnis betrug 69 Mio. Euro (48 Mio.) und wurde maßgeblich durch die erstmals zu zahlende Bankenabgabe in Höhe von 43 Mio. Euro geprägt.

Die Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 900 Mio. Euro auf 227,6 Mrd. Euro zurückgegangen. Gleichzeitig wurde das Kundenkreditgeschäft um 2,8 Mrd. Euro auf 116,4 Mrd. Euro ausgeweitet. Der Return-on-Equity (RoE) stieg von 5,6 auf 10,6 Prozent, während die Cost-Income-Ratio von 54,9 auf 52,8 Prozent sank.

Kapitalmaßnahmen werden Schritt für Schritt umgesetzt

Die Kernkapitalquote des NORD/LB Konzerns ist per Jahresultimo auf 9,4 Prozent angestiegen (31.12.2010: 7,9 Prozent). Die aufsichtsrechtliche Eigenkapitalquote erhöhte sich von 11,1 auf 12,6 Prozent. Zum 31.12.2011 hatte die NORD/LB mit ihrem Kapitalstärkungspaket 1 das Stammkapital um rund 1,7 Milliarden Euro gestärkt und damit bereits den größten Teil der von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) Anfang Dezember veröffentlichten Kapitalanforderungen abgedeckt. „Der Anstieg der Kapitalquoten zeigt, dass wir mit unserem frühzeitig aufgelegten Kapitalstärkungsprogramm auf einem guten Weg sind. Wir haben die Kapitalmaßnahmen im vergangenen Jahr fristgerecht umgesetzt. Wir werden jetzt auch Schritt für Schritt die erforderlichen Maßnahmen umsetzen, um die im vergangenen Herbst vom EU-Gipfel beschlossene harte EBA-Kernkapitalquote von über 9 Prozent vollständig und fristgerecht zu erreichen”, sagte Dunkel.

Das hierfür aufgesetzte Kapitalstärkungspaket 2 werde dies durch einen Mix aus verschiedenen Maßnahmen erreichen. Zu den wichtigsten Bausteinen des Pakets zählten Kapitalumwandlungen und die Thesaurierung von Gewinnen. Auch durch einen Dividendenverzicht der Träger konnte die Gewinnrücklage im NORD/LB-Konzern auf HGB-Basis um rund 320 Mio. Euro gestärkt werden. „Dies zeigt, dass die Träger hinter ihrer Bank stehen”, betonte Dunkel. Durch die Wandlung von bereits bestehenden stillen Einlagen und ähnlichen Kapitalinstrumenten solle das harte Kernkapital im Konzern um mindestens weitere 900 Mio. Euro erhöht werden. Darüber hinaus hätten die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt die rechtlichen Voraussetzungen für einen Garantierahmen geschaffen, mit dem das Eigenkapital der Bank bei unvorhergesehenen Marktverwerfungen entlastet werden könnte. „Damit sind wir für kommende Herausforderungen gut gerüstet”, so Dunkel.

Vorsichtiger Ausblick auf 2012

Das Geschäftsjahr 2012 ist im NORD/LB Konzern operativ gut angelaufen. Die Zins- und Provisionserträge entwickelten sich im ersten Quartal leicht über Vorjahresniveau, die Risikolage blieb vorerst entspannt. „Wir blicken zuversichtlich auf das laufende Jahr. Wir werden auch im Jahr 2012 ein gutes Ergebnis erzielen, wir gehen aber davon aus, dass sich das besondere Ergebnis aus 2011 trotz operativer Fortschritte nicht wiederholen lässt. Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Unwägbarkeiten bleibt auch künftig Vorsicht geboten. Unser Geschäftsmodell wird sich aber in einem nach wie vor schwierigen Marktumfeld weiterhin bewähren. Wir werden unsere Position auf zentralen Zukunftsfeldern weiter stärken”, sagte Dunkel.


Den NORD/LB Geschäftsbericht 2011 finden Sie hier:
>Übersicht Berichte


PDF-Download:
>Geschäftsergebnis und Bilanzdaten 2011 (PDF, 37 KB)
>Präsentation zur Bilanzpressekonferenz 2012 (PDF, 633 KB)

Ansprechpartner

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30159 Hannover


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