29.04.2014

NORD/LB im Jahr 2013 mit deutlich höherem Gewinn

  • Ergebnis vor Steuern verdoppelt
  • Risikovorsorge nochmals erhöht
  • Kernkapitalquote steigt auf 11,8 Prozent

Die NORD/LB Norddeutsche Landesbank hat ihren Gewinn im Geschäftsjahr 2013 deutlich gesteigert. Im Konzern erzielte sie ein Ergebnis vor Steuern und Umstrukturierung von 268 Mio. Euro, nach 131 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 161 Mio. Euro (Vorjahr: 78 Mio. Euro). Nach Steuern ergab sich aufgrund eines durch Sondereffekte bedingten Steuerertrags ein Konzernergebnis von 245 Mio. Euro (82 Mio. Euro).

„Angesichts der Rahmenbedingungen haben wir ein gutes Ergebnis erzielt“, sagte Dr. Gunter Dunkel, Vorstandsvorsitzender der NORD/LB. „Wir haben für Risiken aus der Schiffsfinanzierung nochmals deutlich höhere Rückstellungen gebildet als im Vorjahr. Trotzdem konnten wir das Ergebnis vor Steuern mehr als verdoppeln und das Ergebnis nach Steuern sogar verdreifachen. Die Basis für diesen Erfolg ist unser bewährtes Geschäftsmodell und die sehr gute Entwicklung in nahezu allen Geschäftsbereichen.“

Das Zinsergebnis belief sich auf 1.931 Mio. Euro und blieb damit trotz einer weiter zurückgeführten Bilanzsumme nur leicht unter dem Vorjahreswert (1.959 Mio. Euro). Angesichts eines anhaltend niedrigen Zinsniveaus sind sowohl die Zinserträge als auch die Zinsaufwendungen im Vorjahresvergleich zurückgegangen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wurde deutlich erhöht und stieg von 598 Mio. Euro auf 846 Mio. Euro. Wie im Vorjahr entfällt sie weiterhin ganz überwiegend auf das Schiffsfinanzierungsgeschäft. Mit 694 Mio. Euro besteht sie zum größten Teil aus Nettozuführungen zu Einzelwertberichtigungen. Die Nettozuführungen zu Portfoliowertberichtigungen beliefen sich auf 55 Mio. Euro.

Der Provisionsüberschuss lag mit 163 Mio. Euro etwa auf Vorjahresniveau (168 Mio. Euro). Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten einschließlich Hedge Accounting, in dem auch große Teile des Kapitalmarktgeschäfts mit Institutionellen Kunden abgebildet werden, belief sich auf 73 Mio. Euro (minus 122 Mio. Euro). Positive Effekte ergaben sich aus der Wertentwicklung von Währungsderivaten, die zur Absicherung von Wechselkursrisiken aus Kreditgeschäften vor allem in der Schiffs- und Flugzeugfinanzierung eingesetzt werden.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen betrug 11 Mio. Euro (minus 5 Mio. Euro). Das Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen, das im Vorjahreszeitraum (minus 14 Mio. Euro) noch durch Abschreibungen auf eine Beteiligung belastet war, belief sich auf 33 Mio. Euro. Das Sonstige betriebliche Ergebnis lag bei 69 Mio. Euro (minus 99 Mio. Euro).

Der Verwaltungsaufwand in Höhe von 1.166 Mio. Euro konnte trotz zunehmender regulatorischer Anforderungen und Investitionen in die IT-Infrastruktur nahezu konstant gehalten werden (1.158 Mio. Euro).

Damit beläuft sich das Ergebnis vor Umstrukturierung und Steuern auf 268 Mio. Euro (131 Mio. Euro). Das Umstrukturierungsergebnis in Höhe von minus 107 Mio. Euro (minus 53 Mio. Euro) umfasst Aufwendungen für Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Kapitalstärkungsprogramm mit der EU-Kommission vereinbart wurden, sowie Aufwendungen für die Bereitstellung eines von der NORD/LB nicht in Anspruch genommen Garantierahmens der Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Das Vorsteuerergebnis nach Umstrukturierungsaufwendungen beläuft sich damit auf 161 Mio. Euro (78 Mio. Euro).

Bei den Ertragssteuern ergibt sich für das Jahr 2013 ein positives Ergebnis in Höhe von 84 Mio. Euro, das im Wesentlichen aus Sondereffekten bei den Steuern für Vorjahre sowie der nach IFRS gebotenen Bilanzierung von latenten Steuern resultiert. Der Konzern hat unabhängig davon für das Jahr 2013 laufende Steuern in Höhe von 81 Mio. Euro gezahlt. Diesem Aufwand stehen Auflösungen von Steuerrückstellungen für Vorjahre aufgrund einer abgeschlossenen Betriebsprüfung sowie latente, zahlungsunwirksame Steuererträge gegenüber.

Das Konzernergebnis nach Steuern und Umstrukturierung beläuft sich damit auf 245 Mio. Euro (82 Mio. Euro). Das Gesamtergebnis der Periode, in dem auch das direkt im Eigenkapital erfasste Ergebnis berücksichtigt wird, stieg auf 495 Mio. Euro (335 Mio. Euro).


Eigenkapitalquoten steigen an

Die Bilanzsumme des NORD/LB Konzerns wurde weiter gezielt zurückgeführt und sank gegenüber dem 31.12.2012 um 11 Prozent auf 200,8 Mrd. Euro (225,6 Mrd. Euro). Seit Ende 2008 ist die Bilanzsumme damit durch Fokussierung auf die Kerngeschäftsfelder der Bank um 43,5 Mrd. Euro reduziert worden. Die Risikogewichteten Aktiva (RWA) konnten im gleichen Zeitraum um 21,3 Mrd. Euro auf jetzt 68,5 Mrd. Euro abgebaut werden.

Die Eigenkapitalquoten des NORD/LB Konzerns haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter erhöht. Die Kernkapitalquote (Basel 2,5) stieg von 10,9 Prozent zum Jahresultimo 2012 auf 11,8 Prozent per 31.12.2013, die aufsichtsrechtliche Eigenkapitalquote von 13,8 auf 14,3 Prozent.

„Wir konnten unsere Kapitalquoten im vergangenen Jahr erneut verbessern“, sagte Dunkel. „Bereits in den Vorjahren haben wir die Bank mit unserem erfolgreich umgesetzten Kapitalstärkungsprogramm auf Basel III vorbereitet und damit noch krisenfester gemacht. Insgesamt haben wir unser hartes Kernkapital in den vergangenen drei Jahren um 3,5 Milliarden Euro gestärkt. Da wir zudem eine hohe Risikoabschirmung für unser Schiffsportfolio vorgenommen haben, sehen wir uns für die anstehende Bilanzprüfung durch die neue europäische Aufsicht gut gerüstet.“

Zugleich geht die NORD/LB neue Wege, um ihren Kapitalbedarf zu verringern und ihr vorhandenes Eigenkapital zu entlasten. Mit der Northvest-Transaktion im März 2014 konnte beispielsweise eine 450 Mio. Euro umfassende Tranche verbriefter Kreditrisiken aus einem 11,4 Mrd. Euro starken, vier Assetklassen umspannenden Referenzportfolio hochwertiger Kredite aus den Büchern der NORD/LB bei internationalen institutionellen Investoren platziert werden. Allein diese Transaktion bringt der Bank im laufenden Jahr eine Reduzierung ihrer Risikoaktiva um rund 4 Mrd. Euro und eine Freisetzung von Eigenkapital in einer Größenordnung von 350 bis 400 Mio. Euro.


Schifffahrtskrise geht ins sechste Jahr – Risikoabschirmung weiter erhöht

Trotz einer anhaltend schwierigen Lage an den internationalen Schifffahrtsmärkten weist das Finanzierungsportfolio der NORD/LB eine weiterhin hohe Stabilität auf. Der Großteil des Portfolios befindet sich im Bereich der „Performing Loans“, nur eine sehr kleine Anzahl an Schiffen ist ohne Beschäftigung. Aufgrund ihres niedrigen Durchschnittsalters weisen die finanzierten Schiffe zudem eine hohe verbleibende Nutzungsdauer mit entsprechenden Ertragsperspektiven auf.

Trotz Krise betreibt die NORD/LB auch in der Schiffsfinanzierung Neugeschäft, wenngleich in sehr selektivem Maße und mit einem starken Fokus auf RWA-schonendes Geschäft. Dabei werden insbesondere Finanzierungen außerhalb der klassischen Handelsschifffahrt eingegangen wie z.B. Offshore-Plattformen, Kreuzfahrtschiffe oder Flüssiggastanker.

„Unser Schiffsportfolio wird fortlaufend intensiven Bewertungen und Analysen unterzogen“, so Dunkel. „Auch die Marktentwicklungen beobachten wir eingehend. Eine Markterholung ist bislang noch nicht eingetreten. Wir erwarten ab dem Jahr 2015 aber Erholungstendenzen in einzelnen Segmenten. Die Erholung wird sich zuerst bei den Containerschiffen, Produktentankern und Multi-Purpose-Schiffen zeigen, später auch bei den Bulkern und Rohöltankern. Dabei müssen allerdings auch die Entwicklungen innerhalb der Segmente differenziert betrachtet werden. Insgesamt bleiben die Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Entwicklung an den Schiffsmärkten aber hoch.“

Die NORD/LB hat in den zurückliegenden Jahren in erheblichem Maße Vorsorge für Risiken aus der Schiffsfinanzierung gebildet. Per 31.12.2013 wurden 1,21 Mrd. Euro für Einzelwertberichtigungen zurückgelegt. Hierbei handelt es sich um Risikoabschirmungen für konkrete Schiffsengagements. Darüber hinaus hat die NORD/LB weitere 370 Mio. Euro Portfoliowertberichtigungen als Risikopuffer zurückgelegt. Insgesamt besteht damit eine Risikoabschirmung in Höhe von 1,58 Mrd. Euro.


Erfolgreiche Entwicklung in den Hauptgeschäftsfeldern

Während der Bereich Schiffsfinanzierung im Zuge der Krise noch mit großen Herausforderungen konfrontiert ist, wiesen alle anderen Geschäftsbereiche der NORD/LB im Jahr 2013 eine ausgesprochen erfolgreiche Entwicklung auf und konnten damit die Belastungen aus der Schiffskrise überkompensieren.

Im Segment Energie und Infrastruktur, in dem der Geschäftsfokus auf der Strukturierung und Arrangierung von Projektfinanzierungen liegt, konnte die NORD/LB ihre Marktstellung als einer der führenden Finanzierer Erneuerbarer Energien in Europa weiter ausbauen. Erfolgreiche Projekte im Bereich Wind- und Sonnenenergie konnten insbesondere in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Irland abgeschlossen werden. Die NORD/LB unterstützt mit diesen Finanzierungen nicht nur die Internationalisierung deutscher Projektentwicklungskompetenz, sondern auch den Export deutscher Turbinentechnologie an europäische Standorte, die aufgrund der natürlichen Gegebenheiten besonders prädestiniert für die Erzeugung von Strom aus Windenergie sind.

Das gewerbliche Immobiliengeschäft, das im NORD/LB Konzern in der 100-prozentigen Tochter Deutsche Hypothekenbank gebündelt wird, verlief im Jahr 2013 sehr positiv. Die Deutsche Hypothekenbank konnte mit einem Neugeschäft in Höhe von 2,7 Mrd. Euro die anhaltende Dynamik ihrer Zielmärkte in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Benelux und Polen nutzen. Mit innovativen Transaktionen wie der im Jahr 2013 vereinbarten strategischen Zusammenarbeit mit der Bayerischen Versorgungkammer hat die Deutsche Hypo zudem großen Anteil daran, dass institutionelle Investoren verstärktes Interesse an den Assetklassen des NORD/LB Konzerns zeigen.

Als einer der langjährigen Marktführer im Bereich der Flugzeugfinanzierung hat die NORD/LB im Jahr 2013 insgesamt 38 Arranger-Mandate zur Finanzierung von 67 Flugzeugen mit einem Investitionsvolumen von umgerechnet über 2,2 Mrd. Euro gewonnen und erfolgreich abgewickelt. Die Flugzeuge wurden überwiegend für Leasinggesellschaften finanziert, die die Maschinen an Airlines weltweit vermieten, wobei ein Schwerpunkt auf dem Wachstumsmarkt Asien liegt. Mit ihrer Fokussierung auf den Bereich „Operating Leases“ hat die NORD/LB dabei frühzeitig auf eine Entwicklung gesetzt, die Prognosen zufolge für den Flugzeugmarkt in den kommenden Jahren von zunehmender Bedeutung sein wird.

Im Firmenkundengeschäft konnte die NORD/LB trotz eines sich verschärfenden Wettbewerbs und eines spürbaren Margendrucks ihre Position sowohl innerhalb als auch außerhalb ihrer norddeutschen Kernregion weiter ausbauen. Dabei legt sie den Schwerpunkt auf für den Kunden maßgeschneiderte Finanzierungslösungen. Die Neukundenakquisition entwickelte sich insbesondere im zweiten Halbjahr erfolgreich. Zudem konnte die NORD/LB auch im Jahr 2013 für ihre Firmenkunden sehr erfolgreich Schuldscheindarlehen platzieren. Mit diesem Produkt wird den Kunden die Möglichkeit gegeben, erste Erfahrungen am Kapitalmarkt zu sammeln und sich bei externen Investoren bekannt zu machen.

Im Kapitalmarktgeschäft agierte die NORD/LB bei 115 Emissionen als Konsortialführer oder Co-Lead Manager und steigerte damit nochmals ihre Aktivitäten in diesem Bereich. Besondere Beachtung fand die Emission des zweiten Öffentlichen US-Dollar-Pfandbriefs der NORD/LB, der im Oktober 2013 mit einem Volumen von 1 Mrd. US-Dollar an den Markt gebracht wurde. Ihr anhaltend gutes Standing an den Kapitalmärkten konnte die NORD/LB zuletzt auch mit der erfolgreichen Platzierung ihres zweiten Flugzeugpfandbriefs im Februar 2014 unterstreichen, nachdem sie eineinhalb Jahre zuvor den weltweit ersten Pfandbrief dieser Art begeben hatte.

Das Segment Privat- und Geschäftskunden wird maßgeblich durch die Braunschweigische Landessparkasse bestimmt, in der das strategische Ziel der Qualitätsführerschaft in Beratung und Service auch 2013 konsequent weiterverfolgt wurde. So konnte der ganzheitliche Beratungsansatz mittels S-Finanzkonzept in allen Segmenten vertiefend umgesetzt werden. Die Geschäftsentwicklung war geprägt von einem regen Immobilienvermittlungs- und -finanzierungsgeschäft sowie gestiegenen Erträgen aus dem Wertpapier- und Versicherungsgeschäft.


Umfeld bleibt herausfordernd

Auch im Jahr 2014 werden die Rahmenbedingen für die Geschäftsentwicklung des NORD/LB Konzerns herausfordernd bleiben. „Wir rechnen auch im laufenden Jahr mit einer überdurchschnittlich hohe Vorsorge für Risiken aus der Schiffsfinanzierung“, sagte Dunkel. „Dank stabiler Erträge und unseres bewährten, kundenorientierten Geschäftsmodells mit seinen stark diversifizierten Ertragsquellen wird die NORD/LB aber weiterhin profitabel bleiben. Unser Ziel ist es, im laufenden Geschäftsjahr erneut ein höheres Ergebnis als im Vorjahr zu erzielen.“


PDF-Download:
>Datenblatt Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2013 (PDF, 44 KB)
>Präsentation zur Bilanzpressekonferenz 2013 (PDF, 522 KB)

Den Geschäftsbericht 2013 finden Sie hier:
>NORD/LB Berichte

Ansprechpartner

NORD/LB Medien und Kommunikation
Friedrichswall 10
30159 Hannover


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