25.11.2019

Niedersachsens Unternehmen entwickeln sich stabil

  • NORD/LB legt Analyse zu den 100 größten Unternehmen in Niedersachen vor
  • Niedersächsische Unternehmen erwarten für 2019 einen Umsatzanstieg von zwei Prozent

„Der Umsatz der 100 größten Unternehmen in Niedersachsen im Geschäftsjahr 2018 bewegt sich mit 435 Mrd. Euro nahezu auf dem Vorjahresniveau“, sagte Christian Lips, Chefvolkswirt der NORD/LB. Bei den 93 Unternehmen, die auch im Vorjahr in der Rangliste vertreten waren, ist der Umsatz sogar um zwei Prozent gestiegen. Die Beschäftigungszahl ist im Vergleich zum Vorjahr immerhin leicht um 0,5 Prozent angewachsen. „Damit haben sich die niedersächsischen Unternehmen in der Summe erstaunlich robust gegenüber dem raueren gesamtwirtschaftlichen Umfeld erwiesen“, so Lips. Das geht aus der aktuellen Analyse der 100 umsatzstärksten Unternehmen für Niedersachsen hervor, die die NORD/LB Norddeutsche Landesbank am Montag in Hannover vorgestellt hat.

VW-Konzern weiterhin auf Platz eins

In einer ersten Übersicht der NORD/LB-Studie sind die 50 wirtschaftsstärksten niedersächsischen Unternehmen notiert. Die sechs bedeutendsten Unternehmen mit der höchsten Wertschöpfung halten ihre Positionen wie im Vorjahr: Der VW-Konzern führt die Rangliste mit einer Wertschöpfung von 53,1 Mrd. Euro an und macht damit rund sechzig Prozent der erwirtschafteten Wertschöpfung aller 50 aufgeführten Unternehmen in Niedersachsen aus. VW hat erstmalig keine Zahlen zur Berechnung der Wertschöpfung für die NORD/LB-Analyse zur Verfügung gestellt, so dass für die Studie Zahlen aus öffentlich zugänglichen Quellen herangezogen wurden. Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist nicht möglich. Auf dem zweiten Platz folgt wie im Vorjahr der Continental-Konzern, der seine Wertschöpfung mit einer Wirtschaftskraft von 15 Mrd. Euro auf dem Vorjahresniveau halten konnte. Der Touristikkonzern TUI auf Position drei und die Talanx AG auf Rang vier erhalten ihre Plätze und konnten die Wertschöpfung jeweils um 7 Prozent steigern. Auf Platz fünf folgt unverändert die Salzgitter AG mit einem Wertschöpfungszuwachs von 132 Mio. Euro auf rund 2,2 Mrd. Euro. Das Autobatterieunternehmen Johnson Controls rangiert wie im Vorjahr auf Platz sechs mit einer deutlich gesteigerten Wirtschaftskraft um 545 Mio. Euro auf rund 2 Mrd. Euro. Wieder zwei Plätze nach vorn auf Platz sieben kämpft sich der Drogeriekonzern Dirk Rossmann GmbH mit einer Steigerung der Wertschöpfung von über 12 Prozent auf mehr als 1 Mrd. Euro.  Wie im Vorjahr nimmt der Duft- und Aromastoffproduzent Symrise AG die Position acht ein, konnte die Wirtschaftskraft dabei noch leicht steigern. Der Energiekonzern EWE AG aus Oldenburg verliert zwei Plätze und rangiert auf Position neun mit einem leichten Rückgang der Wirtschaftskraft. Die Top Ten schließt wie im Vorjahr die TÜV Nord Gruppe.  

Die Wertschöpfungssumme der 49 gelisteten Unternehmen (ohne VW) ist im Geschäftsjahr 2018 insgesamt um über drei Prozent gestiegen. Gleichzeitig verzeichnen die 50 Unternehmen einen Beschäftigungszuwachs von über zwei Prozent und ein leichtes Umsatzwachstum (ohne Finanzdienstleistungssektor). Insgesamt weisen im Geschäftsjahr 2018 30 der gelisteten Unternehmen eine Wertschöpfung von mehr als 250 Mio. Euro aus. Zudem haben drei neue Unternehmen ihren Weg in die Rangliste gefunden: Die Röching Engineering Plastics SE & CO. KG aus Haren (Position 29) konnte sich nach einem Jahr Pause wieder neu positionieren. Auch die Alstrom Transport Deutschland GmbH (Position 46) aus Salzgitter und die Fricke Gruppe (Rang 49) aus Heeslingen konnten in die Liste der 50 größten Unternehmen einsteigen.

85 Prozent der in der Studie dargestellten Wertschöpfung werden im Verarbeitenden Gewerbe erzielt. Die dominierende Rolle spielt nach wie vor der Fahrzeugbau (66 Prozent) sowie die Automobilzulieferungsindustrie (23 Prozent). In der regionalen Analyse hat die Landeshauptstadt als Unternehmensstandort nach wie vor das größte Gewicht: 17 der 50 gelisteten Unternehmen haben ihren Sitz in Hannover.

Die 100 umsatzstärksten Unternehmen entwickeln sich stabil

Neben den 50 Unternehmen mit der höchsten Wertschöpfung erstellt die NORD/LB eine zweite Liste mit den 100 umsatzstärksten niedersächsischen Unternehmen. Auch in dieser Auflistung ist der Automobilkonzern VW Spitzenreiter. Er hat seine führende Position mit einem Umsatzwachstum von zwei Prozent auf 236 Mrd. Euro sogar noch ausgebaut. Der Umsatzanteil des VW-Konzerns an der Umsatzsumme aller 100 umsatzstärksten Unternehmen beträgt 55 Prozent. Die nachfolgenden drei Umsatzriesen Continental, TUI AG und Salzgitter AG konnten ihre jeweiligen Ränge mit Umsatzsteigerungen verteidigen. Die AGRAVIS Raiffeisen AG (Rang fünf) und die hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG (Rang sechs) konnten sich um jeweils einen Platz im Vorjahrsvergleich verbessern. Die EWE AG (Rang sieben) hingegen verliert aufgrund eines Umsatzrückganges im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze. Auf Position acht folgt der Drogeriekonzern Dirk Rossmann GmbH und auf Platz neun das Deutsche Milchkontor. Der Mineralölhändler Wilhelm Hoyer Gruppe konnte den Umsatz um 20 Prozent im Geschäftsjahr 2018 steigern und damit direkt auf Rang zehn in die Liste der 100 umsatzstärksten Unternehmen einsteigen.  

Der höchste Neueinsteiger der 100 größten Unternehmen ist auf Position 38 die in Meppen ansässige Rothkötter Unternehmensgruppe aus der Geflügelbranche, die für das Geschäftsjahr 2018 erstmals Zahlen für die Analyse der NORD/LB zur Verfügung gestellt hat. Die Umsatzsumme aller 100 in dieser Liste vertretenden Unternehmen ist gegenüber dem Vorjahr mit 435 Mrd. Euro fast gleichgeblieben (minus 0,2 Prozent). Vergleicht man die 93 Unternehmen, die auch im letzten Jahr in der Rangliste der umsatzstärksten Unternehmen vertreten waren, so ist der Umsatz um 2 Prozent gestiegen. Die Beschäftigungszahl ist im Vergleich nochmals leicht um 0,5 Prozent gestiegen.  

Die NORD/LB-Branchenanalyse zeigt, dass die Rangliste der umsatzstärksten Unternehmen Niedersachsens von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes dominiert wird. 63 Unternehmen mit 80 Prozent des Gesamtumsatzes der Top 100 sind in diesem Wirtschaftszweig vertreten. Die Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg hat mit 58 von 102 Einträgen die größte Dichte an Großunternehmen. Auf die Landeshauptstadt Hannover entfallen davon allein schon 17.

Im Rahmen der NORD/LB-Studie werden die gelisteten Unternehmen zudem um eine Umsatzprognose gebeten. 28 Unternehmen erwarten für das Geschäftsjahr 2019 einen Umsatzanstieg um zwei Prozent.

Talanx-Gruppe unverändert mit deutlichem Vorsprung

In einer dritten Rangliste der 11 größten niedersächsischen Versicherungsunternehmen führt die Talanx-Gruppe nach wie vor mit einem großen Vorsprung. Der Konzern konnte im Geschäftsjahr 2018 seinen Wachstumskurs weiter fortsetzen und verzeichnete einen Zuwachs der gebuchten Bruttoprämie um sechs Prozent. Auf den nachfolgenden Positionen zwei und drei folgen unverändert die VHV Vereinte Hannoversche Versicherung a.G. und die VGH Versicherungen. Die Gesamt-Bruttoprämie der gelisteten 11 Versicherungsunternehmen wuchs im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent. Die Beschäftigtenzahl wuchs um rund ein Prozent. Für das laufende Geschäftsjahr gehen von 11 Versicherungsunternehmen durchschnittlich von einem Zuwachs des Prämienvolumens von drei Prozent aus.


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