Im Rahmen des AIESEC Global Volunteer Programms habe ich in Hong Kong in einem Freiwilligen-Projekt gearbeitet. Im folgenden Blogbeitrag möchte ich ein paar von vielen spannenden Eindrücken mit euch teilen

"Berge aus Menschen, Seen aus Menschen". Ein direkt aus dem Kantonesischen übersetztes Sprichwort, das mir während meines Aufenthaltes in Hong Kong ständig begegnen sollte.

Ende Januar 2019 wurde mir durch die NORD/LB die Möglichkeit gegeben, an einem AIESEC Global Volunteer Programm teilzunehmen. Schnell hatte ich mich für den asiatischen Raum entschieden - dort war ich vorher noch nie gewesen! So reiste ich für sechs Wochen, zwischen Januar und März, nach Asien.

Hong Kong, das früher britische Kolonie war, ist seit 1997 Sonderverwaltungszone an der Ostküste Chinas. Mit mehr als sieben Millionen Menschen auf 1.106 km2 ist Hong Kong eines der dichtbesiedeltsten Gebiete der Welt. Das zeigte sich besonders deutlich in den Stadtgebieten, aber auch auf dem Land - nie ist man an einem Ort allein. Das kann sowohl aufregend, als auch überfordernd sein!

Da ich während meines Aufenthalts in einer einheimischen Gastfamilie gewohnt habe, konnte ich viele Eindrücke vom täglichen Leben mitnehmen. Die typische Hong-Kong-Küche, das Wohnen mit sechs Personen auf 60qm oder ungewöhnliche Traditionen während des chinesischen Neujahrs - vieles ging weit über die üblichen touristischen Erfahrungen hinaus.

Das AIESEC Projekt NAKUPENDA, an dem ich teilnehmen durfte, befasste sich mit den Themen „Quality Education“ und Kulturaustausch.

In Rahmen der Non-Government-Organization, in der ich gearbeitet habe, sollte Menschen aus ärmeren Verhältnissen der Zugang zu Bildung erleichtert werden. Englischkurse für Mütter, Kinder und Bedürftige, Betreuungsangebote oder Hausaufgabenhilfen waren Teil der Freiwilligenarbeit. Ich habe Kindergartenklassen begleitet, eigene Englischkurse geleitet und den Kulturaustausch mithilfe von Secondary School Workshops gefördert.

Im Global Village, das von den AIESECern vor Ort veranstaltet wurde, konnten weitere Freiwillige und ich die eigene Kultur präsentieren und anderen den Austausch ermöglichen. Da Hong Kong größtenteils aus Hochhäusern besteht, fand ich die Beschreibung eines Mädchens, zu einem meiner mitgebrachten Bilder, sowohl schön als auch erschreckend: „Das sieht ja aus wie in einem Märchen!“ („It looks like a fairytale!“) rief die Mittelstufenschülerin begeistert, als ich ein paar Bilder der Stadt Hannover von oben zeigte.

Hong Kongs hohe Bebauung, Licht- und Luftverschmutzung sowie die enorme Bevölkerungsdichte ("People mountains, people sea") beschäftigten mich auch nach meiner Rückkehr nach Deutschland noch sehr. So faszinierend die Stadt auch ist, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind in dieser Millionenstadt noch nicht nachhaltig im Bewusstsein der Menschen angekommen. Dennoch überwiegen für mich die positiven Eindrücke, die ich mitnehmen konnte.

Obwohl Hong Kong eine so moderne Metropole ist und sich nach außen hin meist sehr modern präsentiert, konnte ich während meines Aufenthaltes auch die traditionellen Seiten der Kultur kennen lernen. Die Traditionsgebundenheit scheint hier als Entschleunigung zu dienen, in einer Stadt, die gefühlt niemals schläft.

Obwohl oder gerade weil die hongkonger Kultur so anders war, habe ich den Aufenthalt dort unglaublich genossen! Ich hatte die Wahl und hätte mir kein besseres Projekt und kein interessanteres Land aussuchen können. Tolle Erinnerungen, neue Sichtweisen, neue Bekannte und Freunde sorgen dafür, dass ich diese Erfahrung wohl mein Leben lang nicht vergessen werde. Ich bin der NORD/LB sehr dankbar, dass ich an diesem spannenden Projekt während meiner Ausbildungszeit teilnehmen durfte.

Stadtzentrum Hong Kong – laut, modern und voller Tradition

Gastbloggerin

Emely Roos (duale Studentin)


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