Heute möchte ich mit euch auf eine spannende eineinhalbjährige Reise zu unserem Fachhochschul-Projekt im Rahmen des dualen Studiums aufbrechen.

Zur besseren Verknüpfung von Theorie und Praxis werden in der Leibniz-FH jedes Jahr Praxisprojekte durchgeführt. Begonnen hat diese lehrreiche Zeit für uns bereits im Oktober 2018 in unserem 3. Semester. Insgesamt gab es vier verschiedene Projekte zur Auswahl. Ich habe mich für den „Leibniz-Dialog“ entschieden. Aber was genau ist das eigentlich?

Es handelt sich dabei um einen Netzwerkdialog, der von der Leibniz-FH in Kooperation mit der NORD/LB durchgeführt wird und zu dem jährlich 100 bis 120 Gäste aus verschiedensten Branchen kommen. Unser Leibniz-Dialog stand unter dem Thema: „Future Bank: Flexibler, schneller besser…: Agilität und Regulatorik – wie passt das zusammen?“ Nach einer ca. einjährigen Vorbereitungsphase präsentiert das Projektteam an diesem Tag die gewonnenen Erkenntnisse und lädt zudem Expert*innen ein, die als thematische Spezialist*innen referieren. Außerdem bietet dieser Tag viel Raum zum themenbezogenen Austausch und ermöglicht zugleich das Netzwerken mit interessanten Teilnehmer*innen aus unterschiedlichsten Branchen. Doch wie ist es eigentlich, so ein Projekt durchzuführen und dabei verantwortlich für die Organisation und Gestaltung eines solch großen Tages zu sein?

Nachdem das Projektteam feststand, haben wir zuerst innerhalb unserer fünfköpfigen Gruppe die Verantwortung für bestimmte Aufgaben verteilt. Wichtige Bereiche waren z. B. das Controlling, also die Überwachung der Erfüllung der Aufgaben und des zeitlichen Ablaufes, oder das eventuell notwendige Konfliktmanagement. Außerdem haben wir zwei Unterteams gegründet, da unser Projekt sehr konträre Themenfelder beinhaltete. Diese Expertenteams haben sich dann jeweils zu zweit vertieft mit Agilität oder mit Regulatorik beschäftigt. Ich war übergeordnet für die Projektleitung verantwortlich, sodass ich alle Aufgaben koordiniert, die Kommunikation mit den Ansprechpartnern übernommen und das große Ganze im Auge behalten habe.

Um uns in die Themenstellung einzuarbeiten, haben wir anschließend begonnen, intensive Literaturrecherche und Interviews durchzuführen – also eigentlich ganz ähnlich gearbeitet wie bei den Vorbereitungen für Hausarbeiten. Nachdem wir dann gut in die Materie eingelesen waren, haben wir eine Umfrage gestartet, um noch weitere persönliche Meinungen zu diesem sehr kontroversen Thema zu erhalten. Dafür konnten wir super die Grundlagen nutzen, die uns in der FH in der Vorlesung „Empirische Sozialforschung“ vermittelt wurden.

Nachdem die Umfrage veröffentlicht war, wurde der Tagesablauf gestaltet. Dafür mussten sehr viele Dinge beachtet werden. Zuerst haben wir uns ein grobes Konzept überlegt, wie der Tag verlaufen soll. Dann haben wir mit der Ausarbeitung unseres Beitrages begonnen, der als Start in den Leibniz-Dialog gedacht war. Wir haben uns dazu entschieden, keine Standard-Power-Point-Präsentation zu verwenden, sondern agiler unterwegs zu sein. Deshalb haben wir für unseren Vortrag „Prezi“ gewählt, welches ein sehr kreatives Präsentationstool mit deutlich ansprechenderer Gestaltung als Power-Point ist. Diese erstellte Präsentation haben wir zur Probe viele Male vor unseren Kommiliton*innen, aber auch der Ausbildungsabteilung und unseren betreuenden Dozent*innen vorgetragen, um durch das konstruktive Feedback diese immer weiter verbessern zu können. Weitere Aufgaben wie die Planung des weiteren Tagesverlaufes oder die Vorbereitung einer großen Podiumsdiskussion, aber auch das Catering und die Auswahl der Werbegeschenke standen auf unserer Agenda.

Der „große Tag“ war dann an sich für den 15. März 2020 geplant. Als Ende Februar bzw. Anfang März sich das COVID-19 Virus immer rasanter ausbreitete, musste jedoch die schwere Entscheidung getroffen werden, diesen lang vorbereiteten Tag abzusagen. Zuerst gab es noch Hoffnung auf eine Verschiebung auf den Sommer oder Herbst – jedoch ist dies aufgrund der aktuellen Beschränkungen verständlicherweise nicht durchführbar.

Obwohl der Leibniz-Dialog am Ende nicht stattfinden konnte, war unser Team trotzdem sehr zufrieden mit dem Projektergebnis. Durch Teamwork kann man gemeinsam Großes schaffen. Wir konnten fachlich, aber auch persönlich, in dieser Zeit sehr viel lernen und uns weiterentwickeln und haben so schon erste Einblicke in die spannende Arbeit in einem Projekt erhalten. Mit diesen Erfahrungen im Gepäck sind wir gut gerüstet für den Start ins Berufsleben. Zum Abschluss haben wir den IHK-Projektleiterschein erhalten und hatten zudem die Möglichkeit das anerkannte GPM-Projektleiterzertifikat durch eine zusätzliche Klausur zu erwerben.


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