Unglaublich – aber wahr: Heute enden meine 6 Wochen in London. Von der Europameisterschaft bis zum Brexit ist viel passiert – Zeit für einen Rückblick.

Pub statt Fanmeile - die Europameisterschaft in London

Ein ganz besonderes Erlebnis war für mich Deutschland aus einem anderem Land die Daumen zu drücken. Anders als in Deutschland gibt es in England keine Fanmeilen. Fußball schaut man hier bei einem Bier in seinem Lieblingspub. Die Anstoßzeiten - die ersten Spiele begannen um 14 Uhr - waren zwar etwas gewöhnungsbedürftig, bei England oder Deutschland-Spielen wurde dafür aber eben mal die Mittagspause in den Pub verlagert :-) Leider hat es am Ende des Tages weder für England noch Deutschland zum Titel gereicht - die gewohnt euphorische Stimmung kam aber sowieso nur im deutschen "Bierstadl" auf.

Working in London

Wie ich euch bereits in meinem vorigen Artikel geschildert habe, ist das Arbeiten hier ganz anders. Ein großes Büro mit über 60 Kollegen, Gruppentische, Headsets zum Telefonieren und ein Fernseher - das alles kennt man in Hannover höchsten aus dem Handel. Was auf den ersten Blick alles sehr hektisch und laut wirkt, fördert auf den zweiten Blick aber wirklich die Kommunikation im Team. Die Kollegen vor Ort verantworten die Abwicklung von Zahlungen und Kreditauszahlungen unserer Kunden - meistens Windparks und Solarprojekte. Obwohl die Hälfte der Kollegen Deutsche sind, wird im Büro nur Englisch gesprochen. Das war alles gar nicht so einfach, aber auch sehr spannend!

Brexit

Freitagmorgen gegen 6 Uhr Ortszeit stand das Ergebnis fest: Die Briten verlassen die EU. Während die Folgen des Referendums noch nicht absehbar sind, ist es dennoch spannend, einen Blick auf die Stimmung vor Ort zu werfen. In der Branch war die Stimmung nahezu einheitlich pro-europäisch. "Natürlich bin ich gegen den Brexit, ich arbeite schließlich für eine deutsche Bank" war wohl der Satz, denn ich am häufigsten von den englischen Kollegen hier gehört habe. Dies passt gut zu der proeuropäischen Blase, in der London liegt. Als nahezu einzige Region hatten Londons Einwohner mehrheitlich gegen den Brexit gestimmt. Man habe die eurokritische Stimmung im Rest des Landes unterschätzt, hörte man im Anschluss von einigen Londonern. So reagierten auch viele Kollegen hier in der Branch geschockt auf das Ergebnis des Referendums. So richtig will das Bild einer sich isolierenden Nation auch für mich nicht zu der offenen, multikulturellen Mentalität dieser pulsierenden Stadt passen.

Was noch?

Natürlich sollte auch der Spaß bei meinem Trip nicht zu kurz kommen und so wurden die Wochenenden fleißig für Sightseeing genutzt und auch das in London obligatorische Feierabendbier soll nicht unerwähnt bleiben :-)


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